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Pegmatit

 
     
  grob- bis riesenkörniges magmatisches Gestein (Magmatite), das in der Endphase der Kristallisation von Plutoniten aus deren an leichtflüchtigen und inkompatiblen Elementen angereicherten Restschmelze entsteht. Diese hat einen hohen Wassergehalt und eine niedrige Viskosität, was die Grobkörnigkeit des Gesteins, das bei Temperaturen zwischen 500 und 600ºC kristallisiert, begründet. Vor allem Be, Li, B, Cs, Nb, Ta, Mo, Bi, Sn, W, U, Th, Zr, P, F und die Seltenen Erden, die als inkompatible Elemente nicht in die Hauptgemengteile der Plutonite eingebaut werden konnten, sind in den Restschmelzen so stark angereichert, dass sie eigene Minerale bilden können (Pegmatitlagerstätten). Die meisten Pegmatite leiten sich von granitischen Schmelzen ab und enthalten hauptsächlich Quarz, Mikroklin, Albit und Glimmer, daneben können Turmalin, Topas, Beryll, Zinnstein, Triphylin u.a. Phosphate, Columbit, Lithium-Minerale u.v.a. hinzutreten. Bei Intrusion solcher pegmatitischer Schmelzen in Ultrabasite bilden sich durch SiO2-Entzug die aus Korund,


Disthen und Plagioklas bestehenden Plumasite. Andere Pegmatite leiten sich von (nephelin)-syenitischen Schmelzen ab und enthalten Mikroklin, Nephelin und andere Foide (Feldspatvertreter) sowie Apatit, daneben können Ägirin, Ti-Zr-Silicate, verschiedene Minerale der Seltenen Erden u.a. auftreten. Die selteneren Gabbropegmatite leiten sich direkt aus basischen Schmelzen ab und bestehen hauptsächlich aus Anorthit, Bronzit und Titanomagnetit.


Grosse Pegmatitkörper (meist granitischer Abstammung) weisen oft eine interne Zonierung auf (Abb.): Die Kontaktzone besteht aus Apliten, die Randzone enthält grosse Kristalle silicatischer Minerale, in der Zwischenzone sind oft Erze oder Phosphate vertreten, der Kern wird überwiegend von Quarz aufgebaut. Üblicherweise treten Pegmatite im Dach- und Randbereich von Plutoniten auf, sie können aber auch gangförmig in Nebengesteinen oder den Plutoniten selbst stecken. In relativ geringer Erdtiefe entstehen miarolitische Pegmatite; sie kennzeichnen sich durch zahlreiche blasenartige Hohlräume (Miarolen), die grosse idiomorphe Kristalle enthalten. Unabhängig von Plutoniten können pegmatitartige Gesteine innerhalb von Migmatiten entstehen und werden dann als Pegmatoide bzw. pegmatoide Metatekte oder als abyssale Pegmatite bezeichnet. Sie sind meist von geringer Ausdehnung und zeigen keine Anreicherung der oben genannten inkompatiblen Elemente. Daher fehlen ihnen die für die eigentlichen Pegmatite typischen seltenen Minerale. Pegmatite, die sich von granitischen oder syenitischen Schmelzen ableiten, haben eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. Einige dienen als Lagerstätten zur Gewinnung der oben aufgeführten Metalle, andere liefern Edelsteine (Beryll, Topas, Turmalin, Spodumen u.a.), viele dagegen Industrieminerale (Quarz, Feldspat, Muscovit, Fluorit) für die keramische, elektrische oder chemische Industrie.

PegmatitPegmatit: Vertikalprofil des zonierten Pegmatits von Hagendorf-Süd in der Oberpfalz (Bayern).
 
 

 

 

 
 
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