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Manganit

 
     
  Braunmanganerz, Glanzmanganerz, nach dem chemischen Element Mangan benanntes Mineral (Abb.) mit der chemischen Formel γ-MnOOH und monoklin-prismatischer Kristallform; Farbe: braunschwarz, wenn frisch, stahlgrau, wenn verwittert; halbmetallischer Glasglanz; durchscheinend, wenn sehr dünn; Strich: dunkelbraun bis rötlich-braunschwarz; Härte nach Mohs: 4 (spröd); Dichte: 4,3 g/cm3; Spaltbarkeit: vollkommen nach (010); deutlich nach (110); Bruch: uneben; Aggregate: gewöhnlich in Kristallgruppen stengelig, wirr- oder radialstrahlig, säulig, stark gestreift, ansonsten derb, strahlig, körnig, nadelig; vor dem Lötrohr unschmelzbar; in konzentrierter Salzsäure löslich (Chlorentwicklung); Begleiter: Pyrolusit, Baryt, Calcit, Siderit, Braunit, Hausmannit, Psilomelan, Limonit; Vorkommen: in hydrothermalen Gängen niedriger Bildungstemperatur; Fundorte: Ilfeld (Harz), Öhrenstock und Elgersburg (Thüringen), Nicopol (Ukraine) und Tschiaturi (Kaukasus).

ManganitManganit: Manganitkristalle.


Manganknollen, schwarze, i.a. rundliche hochporöse Konkretionen von meist einigen Zentimetern Durchmesser mit schaligem Aufbau um einen detritischen Kern durch millimeterfeinen Wechsel von Mangan- und Eisenhydroxiden, an die adsorptiv weitere Schwermetalle, insbesondere Nickel, Kupfer und Kobalt, angelagert sind. Die durchschnittlichen Gehalte von Manganknollen z.B. aus dem Ostpazifik betragen ca. 30% Mn, 6% Fe, 1,4% Ni, 1,2% Cu, 0,2% Co. Sie sind aus allen Ozeanen bekannt, wobei Manganknollen mit den höchsten Mangankonzentrationen im Pazifik vorkommen. Sie entstehen auf der Oberfläche oder im Sediment von Ozeanböden oder seltener von grossen Seen (Nordamerika) bei geringer Sedimentationsrate durch hydrogenetische Prozesse beim Zusammentreffen von gelöstem Mangan (Mn2+) mit sauerstoffreichem Tiefenwasser durch zunächst röntgenamorphe Ausfällung in Gelen und späterer Rekristallisation zu Hydroxiden oder durch diagenetische Prozesse. Dabei sind die Metallgehalte aus der kontinentalen Verwitterung oder aus dem vulkanischen Ozeanboden abzuleiten. Die Bildung erfolgt unter Beteiligung von chemotrophen Manganbakterien und inkrustierenden heterotrophen Foraminiferen mit einer Zuwachsrate von rund 1 mm pro 1 Mio. Jahre. Bei intensivierter Zufuhr von organischer Substanz kann es zur bakteriellen Reduktion des MnO2 und damit zur Wiederauflösung des gefällten Mangans kommen. Die Bildungsbedingungen sind bisher nicht vollständig erforscht. Manganknollen gelten oft als grosse Metallreserve für die Zukunft, wobei die ökologischen Folgen eines Abbaus (staubsaugermässiges Einsammeln) noch gar nicht abzuschätzen sind.
 
 

 

 

 
 
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