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Rekristallisation

 
     
  1) Kristallographie: im engeren Sinne die Umkristallisation von polykristallin vorliegenden Proben ohne Änderung der Modifikation, im weiteren Sinne mit Modifikationsänderungen. Dabei verschieben sich die Korngrenzen, bis im günstigsten Fall nur noch ein einziges Korn vorliegt, ein Einkristall. Die treibende Kraft ist der Abbau von Korngrenzenenergie und Verformungsenergie. Diese Energie ist entweder in der Probe durch den Herstellungsprozess vorhanden oder wird künstlich eingebracht. Durch die Anwendung von wandernden Temperaturgradienten über das Material oder isothermem Sintern wird der Rekristallisationsprozess in Gang gesetzt. Erholung. 2) Lagerstättenkunde:Reorganisation von Erzmineralen zu nach Zusammensetzung und/oder Textur unterschiedlichen Aggregaten, häufig verursacht durch Temperaturerhöhung und/oder Stress; meist verbunden mit einer Korngrössenzunahme. 3) Petrologie: a) primäre Rekristallisation: Prozess zur Erniedrigung der in einem Mineral gespeicherten Deformationsenergie. Versetzungsreiche Kristalle werden dabei durch versetzungsarme Kristalle der gleichen Art ersetzt. Diese entwickeln sich entweder durch Vergröberung von winzigen Keimen in Bereichen hoher Versetzungsdichten wie Kornränder oder Bruchzonen (»migration recrystallization«, da hier Grosswinkel-Korngrenzen über das deformierte Altkorn hinwegwandern), oder durch zunehmende Missorientierung aus Subkörnern (»rotation recrystallization«, da die Subkörner aus der Altkornorientierung herausrotieren, bis sie selbständige Körner sind). Durch Wandern von Grosswinkelkorngrenzen der deformierten Altkörner in weniger deformierte Bereiche von Nachbarkörner kommt es zu ausgeprägter Suturierung der Korngrenzen (»bulging recrystallization«). Man unterscheidet statische Rekristallisation, die der Deformation folgt und in monophasigen Bereichen zu Mosaikgefügen mit 120º-Tripelpunkten führt, und dynamische Rekristallisation, die von Deformation begleitet wird, d.h. die Rekristallisate selbst werden in den Deformationsprozess eingebunden. Oft stellt sich dabei ein Gleichgewicht zwischen Deformation und Ausheilungsprozessen ein, wobei die Rekristallisatkorngrösse von der Differentialspannung abhängt. b) sekundäre Rekristallisation, Sammelkristallisation: Prozess zur Erniedrigung der Grenzflächenenergie in rekristallisierten Aggregaten durch Kornvergröberung. Einzelne Körner wachsen, dabei werden durch Verschiebung der Korngrenzflächen andere aufgezehrt. Es resultieren polygonale Zellengefüge mit typischen Gleichgewichtswinkeln an gemeinsamen Kornkanten (120º-Tripelpunkte in monophasigen Aggregaten).  
 

 

 

 
 
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