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Seife

 
     
  Schwermineralseife, mechanische Anreicherung von Schwermineralen in klastischen Sedimenten. Voraussetzung für die Bildung von Seifen ist die begrenzte Transportfähigkeit von Schwermineralen in einem Transportmedium (meist Wasser) sowie deren mechanische Festigkeit und chemische Verwitterungsbeständigkeit. Typische Seifenminerale sind Cassiterit, Chromit, Columbit, Diamant, Granat, Gold, Ilmenit, Magnetit, Kupfer, Monazit, Platin, Rutil, Xenotim und Zirkon. In Präkambrium treten ebenfalls detritische Sulfide und Uraninit auf, was als Hinweis auf sauerstoffarme Atmosphäre gelten kann; rezent kommen Sulfide aufgrund der geringen chemischen Resistenz in oxidierender Atmosphäre selten vor.


Schwermineralseifen lassen sich aufgrund des Transportmediums klassifizieren. Das kann sein a) fliessendes Wasser (alluviale Seifen, diluviale Seifen), b) Gezeiten und Wellenbewegung in Uferbereichen (litorale Seifen, Strandseifen), c) Wind (äolische Seifen) oder d) residual nach Erosion von leicht verwitternden Gesteinsbestandteilen (Residualseifen, eluviale Seifen oder kolluviale Seifen). Residuale Seifenlagerstätten entstehen durch chemische Verwitterung und Abtransport von leichteren Gesteinsbestandteilen; schwerlösliche Bestandteile bleiben zurück. Dieser Typ kann nur bei geringer Hangneigung entstehen, andernfalls kommt es zum mechanischen Abtransport des Ausgangsgesteins; Schwerminerale können so konzentriert werden (eluviale Seifen oder kolluviale Seifen).


Alluviale Seifen (Flussseifen) stellen den bedeutendsten Seifenlagerstättentyp dar (Abb.). Zur Seifenbildung kommt es in Gewässern mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten. Bei starker Strömung können Schwerminerale transportiert werden, in Bereichen mit abnehmender Strömungsgeschwindigkeit dagegen kommt es zur Ablagerung der Schwermineralfraktion. Bereiche mit abnehmender Strömungsgeschwindigkeit können Mündungsbereiche von Flüssen sein oder generell Bereiche, in denen sich ein Fluss verbreitert oder vertieft. Weitere Orte der Schwermineralanreicherung sind Strudellöcher unter Wasserfällen. In mäandrierenden Flüssen kommt es zur Schwermineralkonzentration an der Innenseite des Mäanders, da dort die Strömungsgeschwindigkeit geringer ist. Bekannter Vertreter alluvialer Seifen sind die Zinnseifen von Malaysia, die einen bedeutenden Teil der weltweiten Zinnproduktion stellen. Ebenfalls zu den alluvialen Seifen gehört teilweise das Witwatersrand-Goldfeld (Witwatersrand Gold-Uran-Seifenlagerstätten); in Deltaschüttungen von Flusssystemen in ein intrakratonisches Becken sind Gold und Uraninit angereichert. Auch der Blind-River District (Kanada) mit seinen Uranlagerstätten wird als alluviale Seife interpretiert.


Strandseifen entstehen, wenn ankommende Wellen Material auf den Strand verfrachten und leichtere Körner durch das zurückströmende Wasser abtransportiert werden. Bekannte Lagerstätten sind die Diamantseifen in Namibia und die Golsdseifen von Nome (Alaska). Paläoseifen (fossile Seife) sind Schwermineralanreicherungen, die sich durch vergleichbare exogene Prozesse in früheren Epochen der Erdgeschichte gebildet haben und die bereits wieder lithifiziert sind. Bekanntes Beispiel sind wieder die präkambrischen Goldseifen des Witwatersrandes in Südafrika.

SeifeSeifen: Möglichkeiten der alluviallen Bildung von Goldseifen.
 
 

 

 

 
 
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