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Rutil

 
     
  [von lat. rutilus=rötlich glänzend], Cajuelit, Edisonit, Gallitzinit, Titanerz, Titan-Kalk,


Titan-Schörl, wichtiges Titan-Mineral mit der chemischen Formel TiO2 und ditetragonal-dipyramidaler Kristallform; metall- bis diamantartig glänzende, blutrote, braunrote, seltener gelbliche, braune oder eisenschwarze (Nigrin), prismatische langgestreckte oder dicksäulige bis nadelfeine Kristalle (Abb. 1), derbe Massen oder Körner, die meist etwas Eisen, Niob, Tantal (Strüverit, Tantal-Rutil), SiO2,


Chrom (dann schwarz-grün), Vanadium und Aluminium enthalten (der TiO2-Gehalt wird dadurch auf 94-98% erniedrigt); Rutile in Eklogit-Einschlüssen in Kimberliten können bis 20,9% Nb2O5, bis 8,2% Cr2O3, bis 1,35% ZrO2 und bis 24.000 ppm (g/t) OH-enthalten; Härte nach Mohs: 6-6,5; Dichte:


4,2-5,6 g/cm3 (mit Nb- und Ta-Gehalten ansteigend); durchscheinend bis undurchsichtig; Strich: gelblichbraun; Bruch: muschelig bis uneben; zahlreiche Zwillingsbildungen (gitterartige Verwachsungen von Rutilnadeln unter Zwillingswinkeln werden als Sagenit bezeichnet (Abb. 2); bei hohen Drücken von etwa 10 GPa findet ein Phasenübergang zu Rutil mit Columbit-Struktur statt; Vorkommen: Rutil ist unter den drei Titandioxid-Mineralien (Rutil, Anatas und Brookit) die stabilste Modifikation und am weitesten verbreitet und kommt vor als akzessorischer Gemengteil in magmatischen und metamorphen Gesteinen, in alpinen Klüften (z.B. Österreich, Schweiz), in Gabbro-Pegmatiten, z.B. in Kragero (Norwegen) und in Nelson (Nelsonit) in Virginia (USA). Wirtschaftlich wichtig sind nur die Vorkommen von Rutil als Geröll in Seifen, aus denen er in Australien, Sierra Leone, Südafrika, den USA, Sri Lanka und Indien gewonnen wird. Rutilnadeln finden sich oft als Einschlüsse in anderen Mineralen, wie z.B. Quarz (Rosenquarz, Bergkristall); sie sind dort ggf. für den in Edelsteinen, z.B. Rubin und Saphir, geschätzten Asterismus verantwortlich. Verwendung: Natürlicher Rutil wird zur Gewinnung von Titan-Metall (über TiCl4) gebraucht; im Rahmen der Titandioxid-Pigment-Industrie künstlich hergestellter Rutil dient als hochwertiges Weisspigment (Titanweiss), nach dem Verneuilverfahren (Flammenschmelzverfahren) hergestellter synthethetischer Rutil wegen seiner hohen Refraktion und Dispersion als Diamantersatz (Titania und Titania Night Stone).

RutilRutil 1: Rutilkristall.

RutilRutil 2: Bergkristall mit Rutilnadeln von Sankt Gotthard.
 
 

 

 

 
 
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