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Klimakarten

 
     
  klimatologische Karten, in denen nach den Ergebnissen langjähriger Beobachtungen und Messungen (synoptische Messnetze) die räumliche Verteilung klimatologischer Parameter während eines längeren Zeitraumes als mittlerer Zustand der Atmosphäre abgebildet wird, der durch die voneinander abhängigen Klimaelemente (Sonnenstrahlung, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Temperatur, Bewölkung, Globalstrahlung etc.) und Klimafaktoren (geographische Breite, Erdachsenneigung, Höhenlage, Exposition, Vegetation etc.) bestimmt wird. Das aktuelle Wetter wird auf Wetterkarten dargestellt. In der Darstellung des Klimas werden zwei Arten von kartographischen Abbildungsformen unterschieden: zum einen die Abbildung der Klimaelemente in Form von Isolinien wie Temperatur (Isothermen), Niederschlag (Isohyeten), Temperaturdifferenz (Isoanomalien), Stärke der Windgeschwindigkeit (Isotachen) etc. in statischen Karten, verbunden mit wertgestufter Schichtenfärbung und festgelegten Farbskalen, zum anderen die Abbildung einzelner Klimaelemente in Form von Klimadiagrammen und Kurvendarstellung (Graphen), u.U. in Kombination mit Isolinien zur Erhöhung des Informationsgehaltes von Klimakarten im Massstabsbereich 1:1 Mio. und kleiner. Auf Basis neuer Techniken im Bereich der zwei- und dreidimensionalen Abbildung wie Animation oder virtual reality zur Visualisierung von grossen Datenbeständen werden u.a. Klimamodelle zur Veranschaulichung und Simulation der Entwicklung und Verlauf des Klimageschehens graphisch umgesetzt. In den Massstäben 1:25.000 bis 1:100.000 werden Klimaeignungskarten, Wind- und Strahlungskarten abgeleitet, indem mittels numerischer Modelle Klimadaten mit Geländedaten eines Gebietes verknüpft werden, die durch Messungen im Gelände sowie durch Messfahrten zu bestimmten Zeitpunkten und ausgewählten Routen entstehen. Diese Karten zum Mesoklima (Geländeklima, Stadtklima) informieren z.B. über Kaltluftabfluss, Windgeschwindigkeit und Inversionshäufigkeit, so dass z.B. Aussagen über Freiflächensicherung, Durchlüftung, Nebelgefährdung oder Bioklima als Grundlagen für Standortplanungen getroffen werden können. Karten der Klimaelemente und Klimaeignungskarten werden auch vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach herausgegeben. Neben der Abbildung von Klimaelementen werden Klimaklassifikationen in Karten präsentiert, indem das Klima nach Vorherrschen einzelner Klimaelemente und -faktoren in Klimatypen eines übergeordneten Systems gegliedert wird. Derartige Klassifikationen und Darstellungen von Klimagebietsgliederungen der Erde sind von Köppen, Troll, Pfaffen, Neef u.a. erarbeitet worden (Klimaatlanten).


Die erste Isothermenkarte der Erde wurde von A. v. Humboldt entworfen. Klimakarten wurden bereits 1838 im Physikalischen Atlas von H. Berghaus sowie 1889 von J. Bartholomew "Atlas of Meterology" veröffentlicht.
 
 

 

 

 
 
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