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Neef

 
     
  Ernst, dt. Geograph und Landschaftsökologe, *16.4.1908 Dresden, †7.7.1984 Dresden; Studium in Innsbruck und Heidelberg, Professuren in Leipzig (1949) und an der TU Dresden (1959), wo er das Geographische Institut bis zu seiner Emeritierung 1973 leitete. Neef war zudem von 1954 bis 1979 Herausgeber der traditionsreichen "Petermanns Geographischen Mitteilungen". Er steuerte mit seinen Arbeiten wesentliche methodische Grundlagen für die Geoökologie und die Landschaftsökologie bei. Ausgangspunkt war dabei die Physische Geographie. Zum Ausdruck kommt dies in seinem Kompendium "Das Gesicht der Erde" (1956), das einen Überblick über die regionale physische Geographie der Kontinente mit geomorphologischem Schwerpunkt und ein umfassendes Verzeichnis von Begriffen aus der physischen Geographie enthält. Die folgenden Arbeiten zu den geographischen Dimensionen und zur Komplexanalyse führten zu den viel beachteten theoretischen Grundlagen der Landschaftslehre (1967). Neef sah die Landschaftsökologie nie als rein akademische Disziplin, sondern betonte stets ihre Bedeutung für die praktische Lösung bei der nachhaltigen Nutzung (Nachhaltigkeit) der natürlichen Ressourcen. Schon früh bezog er daher den "Systemregler" Mensch in seine ökologischen Betrachtung ein, wich also von der in der Ökologie damals gängigen Konzentration auf natürliche oder quasinatürliche Landschaften ab. Ausgehend von geomorphologischen Studien und detaillierten Felduntersuchungen in verschiedenen Naturräumen im Süden der DDR, interessierten ihn die Entwicklung und die aktuellen Probleme der Kulturlandschaft. Die gesellschaftliche Wirklichkeit und die zunehmende technische Gestaltung der Erdoberfläche standen im Mittelpunkt dieser Arbeiten (Natur-Technik-Gesellschaft). Später wird diese Betonung der Lebensumwelt des Menschen als Total Human Ecosystem quasi wiederentdeckt. Aufnahmen in der topischen Dimension (Physiotope) leiteten zur geoökologischen Prozessforschung und zur Bestimmung von ökologischen Hauptmerkmalen über. Mit dieser induktiven Arbeitsweise erweiterte Neef die Möglichkeiten der Raumanalyse von der naturräumlichen Gliederung zur naturräumlichen Ordnung. Die Bemühungen, praktische Lösungen für landschaftliche Probleme zu erarbeiten, zeigen sich in Publikationen zum Naturschutz und der Landespflege. Die Landschaftsökologie im Sinne von Neef verbindet naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit ihrer gesellschaftlichen und insbesondere ökonomischen Verwertung (Naturraumpotential). Dieser Ansatz kam auch in der Mitarbeit bei internationalen wissenschaftlichen Organisationen wie der UNESCO, des Programms MAB, der internationalen Geographischen Union und des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe zum Ausdruck. Werke (Auswahl): "Das Gesicht der Erde" (5 Aufl. 1956-1981), "Landschaftsökologische Untersuchungen zu verschiedenen Physiotopen in Nordwestsachsen" (1961, zusammem mit G. Schmidt und M. Lauckner), "Die theoretischen Grundlagen der Landschaftslehre" (1967).  
 

 

 

 
 
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