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Niedermoor

 
     
  Flachmoor (veraltet), topogenes Moor (gelände- oder reliefabhängig), minerotrophes Moor, limnisches Moor, subaquatisches Moor, Tiefmoor, Talmoor, Wiesenmoor, Grünlandmoor, Grasmoor, Seggenmoor, Riedmoor (veraltet, nach dem Ausgangsmaterial benannt), Fen, Fenn, Fehn, Veen, Luch, Bruch, Moos, den Namen Niedermoor trägt dieser Moortyp wegen seiner grösstenteils niederen Erscheinungsform (waagerechte oder schüsselförmige Oberfläche). Es existieren in der Literatur jedoch auch Meinungen, die die Bezeichnung "Nieder-" darauf zurückführen, dass diese Moore am häufigsten in Niederungen anzutreffen sind. Im älteren Schrifttum ist sogar die Bezeichnung Niederungsmoorzu finden, die jedoch nicht mehr gebräuchlich ist. In früherer Zeit war auch der Name Flachmoor anzutreffen, womit der Gegensatz zum meist aufgewölbten Hochmoor deutlicher wurde. Niedermoore entstehen z.B. bei der Verlandung von Gewässern (Verlandungsmoore), unter dem Einfluss von ansteigendem Grundwasser (Versumpfungsmoore), im Quellwasserbereich (Quellmoore), in kesselförmigen Senken kleinerer Einzugsgebiete, wo sich das Wasser sammelt (Kesselmoore), oder im Auenbereich von Flüssen, wo es häufig zu Überflutungen kommt (Abb. 1). In Mittelgebirgen findet man an Stellen, wo ständig Hangwasser zufliesst und die Versickerung eingeschränkt ist, die meist geringmächtigen Hangmoore. Das für die Niedermoorbildung ausschlaggebende Wasser, welches immer relativ reich an löslichen Stoffen ist, die es dem von ihm durchströmten oder überrieselten Mineralboden entnommen hat, ist entscheidend für seinen Nährstoffstatus. Je nach Nährstoffgehalt dieses Wassers und der damit gebildeten Torfe kann man eutrophe (nährstoffreiche) sowie meso- und oligotrophe (mässig nährstoffreiche und nährstoffarme) Moore unterscheiden. Dabei kann hoher Calciumgehalt mit Armut an anderen wichtigen Nährstoffen, wie z.B. Stickstoff, Phosphor und Kalium einhergehen, so dass es kalkreich- und kalkarm-oligotrophe bzw. -mesotrophe Niedermoore gibt. Entwässerte Niedermoore sind im allgemeinen reich an Stickstoff, der durch die Mineralisierung der organischen Substanz freigesetzt wird, und arm an Kalium, weil Kalium im Torf kaum gespeichert wird. Entsprechend den Nährstoffverhältnissen ist auch die Vegetation der Niedermoore anspruchsvoller als die der Hochmoore. Überwiegend sind Schilf- (Pragmithes) und Seggenriede (Carex) die Pflanzengesellschaften, die den Niedermoortorf bilden. In Gebieten mit sehr kalkreichem Grundwasser kann auch Schneidenvegetation (Cladium mariscus) mächtige Torfschichten bilden. Ferner sind u.a. noch verschiedene Wollgras-, Binsen- und Moosarten an der Torfbildung beteiligt. Eine Pioniervegetation bei der Moorentstehung bzw. nach der Wiedervernässung trockengefallener oder künstlich entwässerter Niedermoore bildet oft der Rohrkolben (Thypa latifolia), dessen pflanzliche Strukturen beim Vertorfungsprozess jedoch grösstenteils verlorengehen. Durch das Herauswachsen des Moores über den mittleren Grundwasserspiegel bzw. künstliche Absenkung des Wasserspiegels kann die Mooroberfläche trockenfallen. Es siedeln sich Gehölze an, aus denen Weiden- (Salix sp.), Erlen-(Alnus sp.), Birken- (Betula sp.) oder Eschenbruchwälder (Fraxinus excelsior) werden, die typische Bruchwaldtorfe bilden. Nach ihrer Entwässerung weisen Niedermoore einen typischen Bodenentwicklungsverlauf vom Ried über Fen zum Mulm auf (Abb 2.)

NiedermoorNiedermoor 1 : Niedermoorlandschaft bei Paulinenaue (Havelländisches Luch).

Niedermoor
 
 

 

 

 
 
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