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Phosphor

 
     
  [von griech. phosphorus=Licht bringend], nichmetallisches Element der Stickstoffgruppe, chem. Symbol P, Anteil an der Erdkruste 0,1%, mittlere Gehalte in Böden zwischen 0,01% und 0,1%. Phosphor wurde 1669 von dem deutschen Alchemisten H. Brand durch Destillation von Urin und Glühen des Rückstandes erstmals gewonnen. Es tritt nie elementar, sondern fast ausschliesslich in Form der beständigen Phosphate vor.


Im Boden tritt Phosphor nur in Form der Primärminerale Hydroxylapatit [Ca5(PO4)3(OH)] und Fluorapatit [Ca5(PO4)3F] sowie als Bestandteil von Silicatmineralen auf. Die durch Verwitterung freigesetzten oder durch Düngung eingebrachten Orthophosphat-Ionen werden meist rasch in alkalischen Böden als Calciumphosphat und in sauren Böden als Eisen- oder Aluminiumphosphate ausgefällt, so dass der pflanzenverfügbare Phosphorgehalt in der Bodenlösung gering ist. In sehr sauren Böden vermindert die Al-Phosphatbildung die Anzahl der phytotoxischen Al3+-Ionen ohne Änderung des pH-Wertes. Der Anteil des anorganischen Phosphors im Boden beträgt etwa 60%, der Rest ist organisch gebunden, z.B. in den Salzen der Inosithexaphosphorsäure (Phytate), in Lipiden und in Aminosäuren. Die Phospat-Anionen werden bevorzugt von den amorphen Al-Oxiden, Fe-Oxiden und -hydroxiden, Tonmineralen sowie von Huminstoffen adsorptiv gebunden. Phosphor wird durch diese Bindungspartner besonders stark fixiert, daher läuft die P-Nachlieferung von den Austauschern nur langsam ab. Die Phosphataufnahmerate von Pflanzen kann besonders bei nährstoffarmen Böden durch die Wirkung symbiotisch lebender Pilze (Mykorrhiza) im Wurzelraum erheblich gesteigert werden. Eine wichtige Rolle spielt Phosphor bei der biologischen Energieübertragung und in genetischen Informationsträgern. Deshalb ist Phosphor ein essentieller Nährstoff und in vielen Fällen der begrenzende Faktor für das Pflanzenwachstum. Mangelerscheinungen zeigen sich in schwachem Wachstum, geringer Wurzelentwicklung und violetter Blattfärbung. Der Ausgleich für den P-Entzug durch Kulturpflanzen wird durch Einsatz von mineralischen Phosphat-Düngern, Mischdüngern und organischen Düngemitteln gewährleistet. Eine zunehmende Phosphat-Mobilisierung kann bei pH-Werten zwischen 6 und 6,5, z.B. durch Aufkalkung saurer Böden, erreicht werden. Zur Bestimmung des pflanzenverfügbaren Phosphats wird eine Extraktion mit Ca-Acetat-Laktat (CAL) durchgeführt.
 
 

 

 

 
 
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