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Rückstandsproblematik

 
     
  in der Ökologie die Bezeichnung für Umweltprobleme, die sich aus der Anreicherung von Schadstoffen in Organismen und im Boden ergeben. Vom Menschen gezielt (Pestizide) oder unbeabsichtigt (Abwasser, Industrie- und Kraftfahrzeugemissionen etc.) freigesetzte Stoffe können sich in Restmengen (d.h. Rückständen) in der Umwelt anreichern, wenn sie schlecht oder nicht abbaubar sind (Akkumulationsindikator). Zur Untersuchung der Rückstandsproblematik entwickelte sich das Spezialfachgebiet der Rückstandsanalytik, welches sich auch mit der Bestimmung von Grenzwerten oder ökologischen Richtwerten beschäftigt. Mit den Wirkungen von Rückständen auf Lebewesen beschäftigt sich die Ökotoxikologie. Dabei ist zu beachten, dass diese Belastungen auch innerhalb der gleichen Art von Organismus zu Organismus deutlich verschieden sein können und Aussagen von Messwerten daher meist nicht verallgemeinert werden dürfen. Die Konsequenz aus dieser Unsicherheit besteht darin, dass die Abgabe von Umweltchemikalien minimiert oder vermindert werden muss. Die Problematik von Rückständen, die mit Pflanzenschutzmitteln oder anderen synthetischen Hilfsstoffen direkt in die Nahrungsmittel gelangen, umgeht die biologische Landwirtschaft, indem sie auf solche Substanzen verzichtet. In der Nahrungskette reichern sich speziell schwer abbaubare und fettlösliche organische Substanzen an. Dies trifft z.B. für DDT und polychlorierte Biphenyle (PCB) zu. Die Verwendung dieser Stoffe ist heute weitgehend verboten und ihre Konzentrationen in der Umwelt nehmen wieder ab. In aquatischen Lebensräumen ist die biologische Akkumulation besonders ausgeprägt. Bei Fischen haben hormonelle und hormonell wirksame (endokrine) Schadstoffe aus dem Abwasser einen staken Einfluss auf die Reproduktion und die Geschlechterverteilung. Solche Stoffe werden z.B. für einen Grossteil des Fischrückgangs in der Schweiz verantwortlich gemacht. In marinen Lebensräumen spielt insbesondere die Anreicherung von Schwermetallen wie Quecksilber eine grosse Rolle. Auch in Böden reichern sich insbesondere die nicht abbaubaren Schwermetalle an (Abb.). So gelangen Blei durch die Verbleiung von Benzin und andere Schwermetalle v.a. durch Düngung mit Klärschlamm in Landwirtschaftsböden. Dort werden sie unter basischen Verhältnissen an Bodenpartikel adsorbiert, können aber bei einer Versauerung ausgewaschen oder von Pflanzen aufgenommen werden, was bei Schwermetallpflanzen zur Dekontamination genutzt wird (Phytoremediation).

RückstandsproblematikRückstandsproblematik: Verhalten von Schadstoffen im Boden.
 
 

 

 

 
 
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Weitere Begriffe : Äquivalentkonzentration Urmeter Mikrogal

 

 
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