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Abwasser

 
     
  durch Gebrauch verändertes sowie jedes in die Kanalisation gelangende Wasser. Je nach Herkunft werden unterschiedliche Abwasserarten unterschieden, die entweder getrennt oder gemeinsam abgeleitet werden: a) Schmutzwasser ist das durch menschlichen Gebrauch verunreinigte Wasser aus den Wohnstätten der Bevölkerung (häusliches Schmutzwasser, z.B. aus Küchen, Waschräumen, Baderäumen, Aborten), aus Gewerbe- und Industriebetrieben oder aus der Landwirtschaft. b) Regenwasser ist das über die Kanalisation abgeleitete Niederschlagswasser. c) Fremdwasser ist das über Undichtigkeiten in die Kanalisation eindringende, über Fehlanschlüsse eingeleitete oder bei Regen über die Abdeckungen der Kanalschächte zufliessende Wasser. d) Kühlwasser ist das durch Kühlprozesse erwärmte, jedoch nicht verschmutzte Wasser. e) Als Mischwasser wird Abwasser bezeichnet, das aus Schmutz-, Regen- und Fremdwasser besteht und gemeinsam abgeleitet wird (Mischkanalisation).


Der Abwasseranfall unterliegt, v.a. wenn auch Regenwasser zusammen mit dem Schmutzwasser abgeleitet wird, erheblichen Schwankungen. Der häusliche Schmutzwasseranfall hängt nicht nur ab von der Zahl der an die Kanalisation angeschlossenen Einwohner, sondern wird auch von deren
Lebensgewohnheiten beeinflusst (Wasserbedarf). Er schwankt im Tagesverlauf sehr stark, der
Spitzenabfluss liegt bei etwa 5 l/s je 1000 Einwohner. Darin ist auch der Abwasseranfall aus
Handwerk und Kleinbetrieben enthalten, die unmittelbar der Versorgung der Bevölkerung dienen,
nicht aber der von Einrichtungen, die überörtlichen Charakter haben. Für Krankenhäuser, grössere
Hotels, Bäder, Campingplätze, Fabrikanlagen und Bürohäuser wird der Abwasseranfall entsprechend der jeweiligen Betriebsgrösse getrennt ermittelt. Der gesamte Schmutzwasserabfluss (in l/s oder m3/s) wird als Trockenwetterabfluss bezeichnet.
Bei der Dimensionierung des Kanalnetzes ist der Regenwasserabfluss der bestimmende Faktor, da er
um das 60- bis 200fache über dem Schmutzwasserabfluss liegen kann. Die für die Bemessung
anzusetzende Regenspende (in l/s und ha) hängt von Häufigkeit und Dauer des sog.
Bemessungsregens ab. Der Regenwasserabfluss weiterhin wird von der Regendauer sowie von Form
und Gefälle des Einzugsgebietes und dem Anteil der befestigten Flächen bestimmt. Die Beschaffenheit des häuslichen Schmutzwassers wird, ebenso wie die Quantität, von den
Lebensgewohnheiten der jeweiligen Bevölkerungsgruppe bestimmt. Eine Beurteilung erfolgt über die
Summenparameter biochemischer Sauerstoffbedarf und chemischer Sauerstoffbedarf (jeweils in
mg/l). Um eine einheitliche Bemessungsbasis zu erhalten, wird gewerbliches, industrielles und
gemischtes Abwasser auf sog. Einwohnergleichwerte umgerechnet. In der Regel muss auch das
Regenwasser behandelt werden, da mit dem Niederschlag nicht nur Staubablagerungen und
Reifenabrieb von den Strassen abgeschwemmt, sondern auch Ablagerungen im Kanalnetz ausgespült
werden, so dass zeitweise und v.a. zu Regenbeginn, die Schmutzkonzentration deutlich höher ist als
beim häuslichen Abwasser. Die Ableitung des Abwassers erfolgt über die Kanalisation, die
Behandlung in der Kläranlage.
 
 

 

 

 
 
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