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Population

 
     
  in der Ökologie die Gesamtheit aller Individuen einer Art, die ein zusammenhängendes, geschlossenes Areal besiedeln und damit geographisch von anderen Populationen getrennt sind. Artgleiche Populationen lassen sich nicht derart scharf voneinander trennen, weil Immigrations- und Emigrationsphänomene von benachbarten Populationen auftreten (Metapopulation). Individuen einer Population können bezüglich Altersstadien, Vitalität (Fitness) und Polymorphismus untereinander sehr verschieden sein. Es kommt in solchen Fällen zum Auftreten von Teilpopulationen, die in Abhängigkeit der Altersentwicklung in verschiedenen Bereichen eines Ökosystems leben (z.B. adulte Maikäfer in der Kronenschicht gegenüber Engerlingen im Boden, adulte Libellen im terrestrischen Bereich gegenüber ihren Larven im Gewässer) oder geschlechtlich differenziert sind (Zwergmännchen bei Daphnien etc.) und dadurch unterschiedliche Wirkungen auf ihre Umwelt ausüben. Zur Beschreibung der Populationsgrösse bedient man sich entweder der Individuenzahl oder der Biomasse, in der Praxis jedoch vor allem der Populationsdichte (Individuen pro Flächeneinheit). Diese Grössen hängen von einer Vielzahl biotischer und abiotischer Faktoren ab (Nische). Durch Übernutzung von Nahrungsressourcen kann eine Population ihre eigene Existenzgrundlage gefährden. Das Ausscheiden gewisser Stoffwechsel-Endprodukte hemmt das Wachstum anderer Arten und dient somit gezielt der Steuerung der eigenen Population. Die Populationsanalyse befasst sich vor allem mit der Altersstruktur, wie sie sich z.B. im Laufe einer Sukzession verändert. Mit zunehmendem Alter wird auch die Populationsdichte zunehmen und damit die intraspezifische Konkurrenz. Solche zeitlichen Veränderungen beschreibt die Populationsdynamik. Sie erklärt die Zusammenhänge von Wachstumsrate und Tragfähigkeit. Regelmässige Populationsschwankungen werden insbesondere in Herbivoren-Primärkonsumentenund Räuber-Beute-Systemen beobachtet. Das Populationswachstum ist exponentiell bei Populationen weit unter der Tragfähigkeit (r-Strategie), vermindert sich aber beim Erreichen der Tragfähigkeit auf null, wobei von logistischem Wachstum gesprochen wird (k-Strategie) (Abb. 1). Die menschliche Populationsdynamik entspricht keinem der beiden beschriebenen Modelle, sie gleicht einem hyperexponentiellen Wachstum (Abb. 2). Tragfähigkeit.

PopulationPopulation 1: exponentielles (a) und logistisches (b) Wachstum von Populationen. N=Individuenzahl pro Flächeneinheit, N0=Individuenzahl zur Zeit 0 , r=spezifische Zuwachsrate, K=Kapazität (Tragfähigkeit), t=Zeit.

PopulationPopulation 2: hyperexponentielles Wachstum der menschlichen Weltbevölkerung (b), verglichen mit einem hypothetischen, exponentiellen Weltbevölkerungswachstum, berechnet auf der Grundlage der Wachstumsraten von 1650-1800 n. Chr. (a).
 
 

 

 

 
 
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