Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Neophytikum

 
     
  Känophytikum, jüngste Ära der Erdgeschichte, die v.a. durch die enorme Radiation der Angiospermophytina bestimmt wurde, in der sich aber auch die Pinidae (Pinopsida) erfolgreich fortentwickelten. Die ersten Angiospermophytina erschienen bereits im ausgehenden Mesophytikum. Nach nur ca. 25 Mio. Jahren zwischen ihrem Erstnachweis durch Pollen im Hauterive und der Alb/Cenoman-Grenze erlangten die Bedecktsamer die Vorherrschaft in den meisten terrestrischen Floren gegenüber Pteridophyta und gymnospermen Spermatophyta. Schon im frühen Neophytikum differenzierten sich Hauptgruppen der Angiospermophytina mit zwei bzw. einem Keimblatt, mit holzigem oder krautigem Spross, und auch ihre frühe hohe Anpassungsfähigkeit bei der Besiedlung feuchter tropischer bis semiarider trockener Standorte ist sicher. Da Pangäa in der frühen Oberkreide noch nicht in weit auseinandergedriftete Kontinentalschollen zerfallen war, konnten sich viele dieser älteren Bedecktsamergruppen weltweit verbreiten. Erst mit einer grössren räumlichen Trennung durch für Landpflanzen vielfach unüberwindlich breite Meere setzten auf isolierten Kontinentalschollen voneinander unabhängige Fortentwicklungen einzelner Angiospermengruppen ein. Im Paläogen setzte sich unter einem die Erde beherrschenden warmen und ausgeglichenen (sub)-tropischen Klima die Diversifizierung v.a. der Angiospermophytina rasch fort. Immergrüne tropisch-subtropische (paläotropische) Regenwaldfloren gediehen auch in heute nur gemässigt temperierten Breitenlagen und wurden nach Norden von sommergrünen Laub- und Nadelmischwäldern der arktotertiären Flora abgelöst, die bis zum 80. Breitengrad nachgewiesen ist. Im Neogen führten weltweite Abkühlung, Orogenesen und eustatisch bedingte Meeresspiegeltiefstände zu kühleren und trockeneren Klimaten mit erheblichen Folgen für die Vegetation, z.B. auf der Nordhalbkugel: a) Verschiebung der Vegetationszonen nach Süden, b) fortschreitende Arealschrumpfung arktotertiärer Verwandtschaftsgruppen auf Refugialräume, c) ausgedehnte Verbreitungslücken vieler holarktischer Laubwaldsippen in den kontinentalen Gebieten des nördlichen Nordamerikas und Asiens und d) Umprägung von immergrünen Regenwaldfloren zu Hartlaubfloren unter dem Regime warm-kontinentaler, sommertrockener Klimate im Bereich der submeridionalen Floren-Zonen. Weltweite Folgen sind e) eine fortschreitende Differenzierung und globale Verbreitung der Trockenfloren der waldfreien Savannen, Steppen und (Halb-)Wüsten (Wüste). Schliesslich haben die extremen Klimaschwankungen des Quartärs das Vegetationsbild der Erde nachhaltig beeinflusst. Die Pflanzenwelt reagierte auf die wiederholten und auch sehr schnellen Veränderungen von Temperatur und Niederschlag mit drastischen Verschiebungen von Vegetationszonen und Arealen, wobei zahlreiche tertiäre Elemente ausstarben. Andererseits forcierten aber gerade diese Florenwanderungen die Entwicklung neuer Pflanzensippen durch Polyploidie und v.a. durch Kreuzung (Hybridisierung).  
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Neophyten
 
Neosom
 
     

Weitere Begriffe : Dechen Herbivoren Laue-Diagramm

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum