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Münster

 
     
  Sebastian, Theologe, Hebraist und Kosmograph, * 20.1.1488 Ingelheim (Pfalz), † 26.5.1552 Basel. 1524 an die Heidelberger Universität als Professor für Hebräisch berufen, lehrte er nach Übertritt zum Protestantismus seit 1529 in Basel. Münster bemühte sich um Erkenntnis und Darstellung deutscher Regionen; publizierte 1525 die "Landtafel deutscher Nation" und forderte Gleichgesinnte auf, ihm dazu Material und vor allem moderne Regionalkarten zuzusenden. Als Beispiel gab er 1528 auf dem Einblattdruck "Erklerung des newen Instruments der Sunnen" die kleine Holzschnittkarte "Heydelberger becirck" (ca. 1:650.000) heraus. Dabei verwendete er erstmals abstrakte Kartenzeichen (Ortsringe, Baumsymbole für Wald) und Maulwurfshügel für das Relief. 1540 erschien die "Geographia universalis" mit den üblichen 27 Ptolemäus-Karten (Ptolemäus) und 48 von ihm entworfenen modernen Regional- und Länderkarten. Bis 1552 folgten noch fünf weitere Ausgaben. Anderen Charakter trägt die von ihm neu erarbeitete und zuerst 1544 veröffentlichte "Cosmographia universalis", eine reich mit 471 Holzschnitten, meist von Städten, und 26 Holzschnittkarten ausgestattete Länderkunde; 1550 deutsch als "Kosmographey". Bis 1620 kamen mehrfach erweitert weitere 27 deutsche und 19 fremdsprachige Ausgaben heraus. Münster wurde mit diesem Werk zum Wegbereiter deutscher Regionalkarten, von denen im Jahr 1570 viele Eingang in das "Theatrum" von A. Ortelius fanden. Murchison, Roderick Impey, britischer Geologe, * 19.2.1792 Tarrandale (Eastern Ross), † 22.10.1871 London. Murchison besuchte die Grammar School in Durham und das Militärkolleg in Great Marlow. Mit 17 Jahren trat er in die Armee ein, liess sich nach seiner Heirat 1814 jedoch aus der Armee entlassen. Von 1816 bis 1818 reiste Murchison in Begleitung seiner Frau durch Europa und siedelten sich nach ihrer Rückkehr nach England in Barnard Castle an. Die Bekanntschaft mit Sir Humphry Davy inspirierte ihn zur Beschäftigung mit Naturwissenschaften und schliesslich 1824 zum Umzug nach London. Murchison begann Vorlesungen am Royal Institute zu hören und wurde bereits 1825 Mitglied der Geological Society. Ebenfalls 1825 nahm er seine erste Geländearbeit auf, deren Resultate er in seiner ersten Publikation mit dem Titel "Geological Sketch of the Northwestern extremity of Sussex and the adjoining parts of Hants and Surrey" (1825) vorstellte. Weitere Forschungsreisen und Publikationen sorgten dafür, dass Murchison bald ein prominentes Mitglied der Geological Society wurde. Von 1826 bis 1831 war er als Sekretär, und danach als Präsident der Geological Society tätig. Während er sich bis dahin mit karbonischen und jüngeren Gesteinen beschäftigte, wechselte er nach 1831 sein Forschungsschwerpunkt und widmete sich der Erforschung devonischer und älterer Gesteine. Im Sommer 1831 begannen Sedgwick und Murchison mit der Kartierung von Wales. Während sich Sedgwick aus den ältesten, kambrischen Schichten des nördlichen Wales kommend in Richtung der auflagernden, jüngeren Gesteine im Süden vorarbeitete, begann Murchison mit den jüngeren Gesteinen im Süden und arbeitete sich in entgegengesetzter Richtung vor. Die Geländearbeiten nahmen mehrere Sommer in Anspruch. Im Jahr 1835 führte Murchison den Begriff Silur für die von ihm bearbeiteten Schichten ein, bemerkte aber nicht, dass der untere Teil seines Silurs identisch mit dem oberen Teil der von Sedgwick als Kambrium identifizierten Schichten war. Das Problem wurde 1879 durch Ch. Lapworth gelöst, der den unteren Teil von Murchisons Silur als das eigenständige System Ordovizium einführte. "The Silurian System" von Murchison erschien 1838 mit einer farbigen geologischen Karte und einem Fossilatlas. 16 Jahre später widmete er sich erneut diesem Thema in seiner neubearbeite Darstellung des Systems in "Siluria" (1854). Gestützt auf die Ergebnisse von H. de la Beche erkannten Murchison und Sedgwick 1839, dass der Grossteil der Gesteine in SW-England, Devonshire und Cornwall jünger ist als Silur, aber älter als Karbon und nannten die neu erkannte Abfolge "Devonian System" (Devon).


In den Jahren 1839/40 reiste Murchison dreimal nach Russland, wo er hoffte, die paläozoischen Gesteine in weniger gestörter Form vorzufinden. Seine wichtigste Publikation in dieser Phase, "The Geology of Russia and the Ural Mountains", erschien 1845 (zusammen mit von Kayserling und de Verneuil). Im Jahr 1843 wurde Murchison zum Präsident der Geographical Society gewählt. Eine wichtige Veränderung in seinem Leben erfolgte 1855, wo er als Nachfolger von de la Beche zum Generaldirektor des Geological Survey berufen wurde. Neben seinen administrativen Aufgaben fand Murchison dennoch Zeit für weitere Forschung in den schottischen Highlands. Nach 1861 unternahm er keine grösseren Reisen mehr aber seine Publikationstätigkeit behielt er bei. Murchison veröffentlichte insgesamt über 180 Schriften (teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Autoren). Aufgrund seiner besonderen Verdienste erhielt er die Ehrendoktorwürden der Universitäten in Cambridge und Dublin. Er war Ehrenmitglied in vielen Gesellschaften weltweit, darüber hinaus empfing er die Wollaston-Medaille der Geological Society, die Copley-Medaille der Royal Society, die Brisbane-Medaille der Royal Society of Edinburgh und den Prix Cuvier.
 
 

 

 

 
 
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