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Cuvier

 
     
  Georges Leopold Chrêtien Frédéric Dagobert, Baron, französischer Zoologe und Staatsmann, * 23.8.1769 Mömpelgard (heute Montbéliard), † 13.5.1832 Paris. Cuvier studierte 1784 bis 1788 Kameralwissenschaft (Lehre von der Staatsverwaltung und Finanzen) an der Akademie Caroline (Karlsschule) Stuttgart. Im Anschluss an sein Studium war er sieben Jahre lang Hauslehrer in der Normandie, wo er sich nebenbei mit Pflanzen, Insekten und marinen Invertebraten beschäftigte. Durch Vermittlung des Zoologen E. Geoffroy Saint-Hilaire erhielt Cuvier 1795 eine Professur für Naturgeschichte an der Ecole Centrale in Paris. Im selben Jahr wurde er auch Professor für Anatomie am Musée d'Histoire Naturelle Paris. 1796 erfolgte sein Ruf an das neugegründete Institut National. Mit dem Mammut wurde 1796 von Cuvier erstmalig eine ausgestorbene Tierart in die Linnésche Klassifikation (Linné) einbezogen. Mit seinem Vorschlag, dass man mit Fossilien das Alter der Fundschichten bestimmen könne, hat Cuvier die Grundlage der relativen Altersbestimmung mittels Leitfossilien gelegt. 1797 erschien sein erstes Buch "Tableau élémentaire de l'histoire naturelle des animaux" ("Grundlegende Beobachtung der Naturgeschichte der Tiere"). Die Einladung Napoleons, ihn auf seine Ägyptenexpedition (1798 bis 1801) zu begleiten, lehnte Cuvier ab, um sich seiner Forschung, der vergleichenden Anatomie, widmen zu können. Im Jahr 1802 wurde Cuvier von Napoleon zum ständigen Sekretär für Naturwissenschaften ernannt. Seine "Le(ons d'anatomie comparée" erschienen 1800-1805. In diesem Werk formulierte er das "Gesetz der Korrelation der Organe". Da jedes Organ in funktionellem Zusammenhang mit jedem anderen Organ steht, sei es möglich, die Form eines Teiles des Organismus abzuleiten von der Funktion und strukturellen Charakteristik eines anderen Teiles. Cuvier rekonstruierte vollständige Individuen aus ein paar fossilen Knochenfragmenten. Er war ein Gegner der Lamarckschen (Lamarck) Deszendenzlehre (Abstammungslehre) und der Theorie von der Vererbbarkeit erworbener Merkmale. Ebenso lehnte er die idealistische Naturphilosophie der Goethezeit ab. Das Aussterben von Formen sowie Unterschiede zwischen fossilen und rezenten Tieren erklärte er durch periodisch auftretende Katastrophen in der Erdgeschichte, nach denen das Leben auf der Erde immer wieder neu erschaffen worden sei. Sowohl Cuviers Auffassung von der Beständigkeit der Arten, als auch seine Kataklysmentheorie (Katastrophentheorie) wurde von späteren Wissenschaftlern falsifiziert. Sein Verdienst ist jedoch die Begründung der vergleichenden Anatomie und einer wissenschaftlichen Paläontologie durch die Verbindung beider. Im Jahr 1808 führte er zusammen mit A. Brongniart eine Gliederung des Tertiärs im Pariser Becken durch. Das "Essai sur la géographie minéralogique des environs de Paris..." von Cuvier und Brongniart erschien 1811. Im Jahr 1814 wurde Cuvier zum Staatsrat und Kanzler der Pariser Universität ernannt. Er wurde 1818 Mitglied der Académie Française, erhielt im Jahr darauf den Titel eines Barons verliehen und wurde 1832 zum Präsident des Staatsrates ernannt.

CuvierCuvier , Georges Leopold Chrêtien Frédéric Dagobert
 
 

 

 

 
 
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