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Kartenkonstruktionsprogramm

 
     
  Anwendersoftware zur (teilweise) automatisierten Kartenkonstruktion auf Basis von digitalen geometrischen Daten und Sachdaten. Kartenkonstruktionsprogramme generieren Karten aus hauptsächlich vektoriellen geometrischen Daten, indem sie, durch Anweisungen oder Berechnungen gesteuert, selektiv auf einzelne Datensätze zugreifen. Entsprechend der jeweiligen Kartenprojektion, des Massstabes, verschiedener eventuell implementierter Generalisierungsalgorithmen oder eines wissensbasierten Zeichen-Referenzsystems erzeugen sie automatisch oder teilweise interaktiv Kartengraphik. Neben dieser Fähigkeit zur Kartengenerierung aus geometrischen Daten können Kartenkonstruktionsprogramme auch thematische Karten aus Sachdaten erzeugen. Hierzu sind verschiedene Kartentypen, wie z.B. Choroplethenkarte, Flächendiagrammkarte, Gitternetzkarte, Isolinienkarte, Liniendiagrammkarte usw. in Form parameterisierbarer Funktionsaufrufe implementiert. Diese Funktionen erzeugen unter Beachtung des entsprechenden kartographischen Datenmodells (z.B. unter Berücksichtigung des Skalierungsniveau usw.) die erforderliche Graphik (Diagramme, Signaturen, Schraffuren, Farbverläufe usw.). Der Benutzer greift hierbei steuernd ein, indem er z.B. Schraffuren oder Farben auswählt, Aufsatzpositionen für Diagramme definiert oder Beschriftungen anpasst. Die Konstruktionsanweisungen und die Steueranweisungen zur Anpassung der Graphik werden in speziellen Dateien (Kommandodateien) protokolliert und können somit jederzeit reproduziert werden. Zudem bietet sich dadurch die Möglichkeit, Serien von Karten mit unterschiedlichem Raumausschnitt, jedoch identischer Thematik schnell zu generieren. Moderne Kartenkonstruktionsprogramme erlauben die Kombination verschiedenartiger Kartentypen in Form von Kartenschichten. Damit werden mehrere Aussageebenen in einer Karte dargestellt. Zudem erzeugen solche Systeme die entsprechende Legende automatisch, wobei diese, wie auch Teile der konstruierten Kartengraphik, interaktiv verändert bzw. angepasst werden kann. In der Regel weisen die Programme entsprechende Software-Schnittstellen zur Erzeugung druckbarer Daten (zumeist Postscript) auf. Kartenlayout, Kartenkomposition, Anordnung der Kartenbestandteile auf dem Kartenblatt inklusive der Gestaltung aller anderen Ausstattungselemente, z.B. des Kartenrahmens und des Blattrandes. Das Kartenlayout ist neben der Übertragung des Inhalts einer Karte in die Kartengraphik das wichtigste Element der Kartengestaltung. Wesentliche Ausgangspunkte für das Kartenlayout sind Grösse und Lage (hoch oder quer) des Kartenformats sowie die Herausgabeform der Karte (Einzelkarte, Blatt eines Kartenwerkes, Textkarte, Atlaskarte). Als weitere wichtige Bedingung für das Kartenlayout ist zu beachten, ob die Darstellung bis zum Rahmen geführt (Rahmenkarte) oder auf ein unregelmässig begrenztes Gebiet beschränkt wird (Inselkarte). Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen sowie allgemeiner Prinzipien für die Gestaltung von Proportionen, z.B. des "Goldenen Schnittes", ist Ausgewogenheit in der Flächenaufteilung und damit zusammenhängend Farbharmonie das Ziel des Kartenlayouts. Als Grundregeln für das Layout konventioneller Karten lassen sich skizzieren: a) Für grössere Kartenblätter ( > normales Buchformat) erweist sich das Querformat als günstiger; b) Mit der Einordnung einer Karte in das gestalterische Gesamtkonzept eines Atlas oder einer anderen Publikation können sich bestimmte Restriktionen ergeben. Das betrifft neben dem Format u.a. die Verwendung und Gestaltung des Rahmens und/oder des Fonds sowie andere Ausstattungselemente, wie z.B. die Numerierung der Karten; c) Die Anordnung der Kartenbestandteile hängt von der Gestalt des darzustellenden Gebietes ab. Im Idealfall genügt sie folgenden Regeln: der Kartentitel links oben; die Legende unten (bei Querformaten) und/oder rechts (bei Hochformaten); Massstabsangabe, Bearbeitungs- und Herausgabevermerk, Angaben zum Stand der Daten und der Bearbeitung, Quellenangaben (u.U. als Verlässlichkeitsskizze) im unteren Viertel des Blattes. Ähnliches gilt für Nebenkarten, von denen maximal zwei aufgenommen werden sollten.


Besonders bei Rahmenkarten ist die Abgrenzung gesonderter Flächen für Titel, Legende und andere erläuternde Kartenbestandteile innerhalb oder ausserhalb des Rahmens sinnvoll. Der Kartentitel sollte sich deutlich durch genügend grosse Schrift hervorheben, sehr prägnant formuliert sein und ausser dem Thema die dargestellte Region benennen sowie (u.U. als Untertitel) den Bezugszeitraum und die Bezugseinheiten (Bezugsfläche) ausweisen.


Besonderes Augenmerk ist auf die Legendengestaltung zu legen, die eigenen Regeln unterliegt (Legende). Der Massstab sollte sowohl graphisch (Massstabsleiste) als auch numerisch (Massstabszahl) angegeben werden. Bildschirmkarten und kartographische Animationen bedingen bzw. ermöglichen ein von der konventionellen Karte u.U. deutlich abweichendes Layout.
 
 

 

 

 
 
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