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Farbharmonie

 
     
  das als ästhetisch empfundene Zusammenwirken gleichzeitig wahrgenommener Farben. Diese Empfindung und das daraus abgeleitete Werturteil sind stark subjektiv geprägt. Sie werden von kulturellen Faktoren, d.h. von traditionellen oder der Mode unterliegenden Sehgewohnheiten, aber auch vom individuellen Geschmack und der psychischen Verfassung beeinflusst. Da Farben immer an Objekte und im kartographischen Umfeld an Inhalte gebunden sind, lassen sich Aussagen über Farbharmonie nur mit entsprechenden Einschränkungen treffen. Dennoch sind die in Farbenlehren aufgestellten, aus der Farbordnung abgeleiteten Regeln eine wichtige Orientierungshilfe bei der farblichen Gestaltung von Karten.


Farbharmonie ist stets als widersprüchliche Einheit von Ähnlichkeit und Gegensatz (Farbkontrast) zu verstehen. So werden einerseits die entlang von Leitlinien in Farbenkörpern verlaufenden Farbreihen (Farbtonreihe, Helligkeitsreihe, Sättigungsreihe) bzw. die in Schnittebenen liegenden Farben als harmonisch aufgefasst (1. Regel). Andererseits liefern kontrastierende, im Farbtonkreis meist gleichabständige Farben grundlegende Harmonien (2. Regel). Dies gilt in erster Linie für Komplementärfarben und die durch gleichseitige Dreiecke verbundenen Farben, z.B. die Grundfarben. Auch durch gleichschenklige Dreiecke und durch Vierecke bestimmte Farben sollen sich harmonisch kombinieren lassen. Im Farbkreis nicht unmittelbar benachbarte, aber nahe Farben "beissen sich", z.B. Blau und Grün, Rot und Violett. Derartige Dissonanzen lassen sich durch Entsättigung einer dieser oder beider Farben abschwächen. Die 3. Regel der Farbharmonie besagt, dass bunte Farben mit Schwarz, Weiss und Grautönen harmonieren. Davon auszunehmen ist die Kombination von Gelb mit Weiss.


Regel 1 bis 3 abstrahieren insofern, als sie für alle zusammenwirkenden Farben gleichgrosse Flächen voraussetzen. Die nicht unmittelbar aus der Farbordnung ableitbare 4. Regel betrifft die Flächenverhältnisse der Farben. Nach ihr trägt die Aufhellung grosser Flächen und die Verwendung satter Farben für kleine Flächen entscheidend zum harmonischen Gesamteindruck bei. Die Harmonie der Farbflächen ist für die Farbanwendung in der Kartographie von ausserordentlicher Bedeutung. Bei isolierter Betrachtung der Legende können harmonisch wirkende Farben im Zusammenspiel der graphischen Elemente zu einem unharmonischen, ja unästhetischen Kartenbild führen. Dies betrifft besonders Farbskalen für Flächenkartogramme, Schichtstufenkarten und grundrissliche Darstellungen (Flächenmethode). Da sich die Grösse und Verteilung der Flächen infolge ihrer Georeferenzierung nicht verändern lässt, kann man eine farbharmonische Lösung häufig nur schrittweise, d.h. in mehreren Gestaltungsversuchen erzielen, nach denen jeweils das Gesamtbild beurteilt wird.
 
 

 

 

 
 
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