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Skalierungsniveau

 
     
  Skalenniveau, Skalentyp, Skalenart, auf der Grundlage der Statistik bezeichnet das Skalierungsniveau in der Geostatistik sowie in der Kartographie im Rahmen der kartographischen Zeichen-Objekt-Referenzierung das Niveau (im Sinne des Typs statistischer Wertskalen), auf dem sachbezogene Geodaten mit dem Ziel der mathematisch-statistischen und geoinformatorisch-kartographischen Weiterverarbeitung durch definierte Skalenwerte repräsentiert werden. Als Skalentypen werden die Nominalskala, die Ordinalskala, die Intervallskala und die Ratiobzw. Verhältnisskala unterschieden. Das Skalierungsniveau legt in der Statistik fest, wie und in welchem Umfang mit Daten unterschiedlichen Wertetyps mathematisch operiert und statistisch verfahren werden darf, ohne dass logische Informationsverluste oder logisch falsche Informationen entstehen. So lassen sich beispielsweise Begriffskategorien der Flächennutzung auf dem Niveau der Nominalskala ohne definierten Anfangs- und Endpunkt der Skala und mit definierter Gleichabständigkeit der Abstände zwischen den Skalenwerten nicht mathematisch weiterverarbeiten und auch nicht in einen geordneten Zusammenhang bringen. Daten auf dem Niveau der Ordinalskala mit definiertem Anfangs- und ohne definierten Endpunkt sowie definierter Gleichabständigkeit der Skalen bzw. Messwerte, wie beispielsweise Waldschadensklassen, lassen bereits die Analyse von Ranginformationen zu. Die nach oben und unten offene Intervallskala bildet dagegen eine monoton wachsende oder monoton abnehmende Folge mit mathematisch definierbaren Abständen der Skalenwerte, aufgrund derer sich beispielsweise Temperaturdifferenzen und -mittelwerte abbilden lassen. Im Unterschied zur Intervallskala besitzt die Ratio- bzw. Verhältnisskala einen Anfangspunkt, der gleichzeitig der Skalennullpunkt und auch identisch mit dem Nullpunkt ist, auf den sich die Daten beziehen (absoluter Nullpunkt). Die Ratioskala ist eine nach oben offene, monoton wachsende Folge mit mathematisch definierbaren Abständen, durch die sich beispielsweise Verhältnisse von Mengen, Gewichten und Längen abbilden lassen. Für die Kartographie ist der Begriff des Skalenniveaus von fundamentaler Bedeutung. Das Skalenniveau bildet auf der Grundlage des kartographischen Zeichenmodells bei der kartographischen Zeichen-Objekt-Beziehung die datenlogische Basis für die Abbildung von Geodaten durch kartographische Zeichen. Dabei werden die jeweiligen Beziehungseigenschaften und -merkmale von Skalenwerten eines Skalenniveaus bzw. -typen durch entsprechende logisch-graphische Eigenschaften und Merkmale von Zeichen abgebildet. So lassen sich beispielsweise mit Hilfe von unterschiedlichen gleichwertigen Farben nominalskalierte, durch unterschiedliche Helligkeiten von Farben oder Schraffuren ordinalskalierte und mit Hilfe der unterschiedlichen Grösse von Zeichen (Diagramme) intervall- und ratioskalierte Geodaten entweder in allein unterscheidbarer oder aber hierarchischer oder quantitativer Hinsicht repräsentieren. Ratiobzw. Verhältnisskalen haben in der sozialwissenschaftlichen Statistik im Unterschied zur Geostatistik und der Kartographie nur einen geringen Stellenwert. Da sie jedoch eine genauere Weiterverarbeitung von Daten ermöglichen, sind sämtliche mathematischen Operationen bzw. statistischen Verfahren für Intervallskalen auch für Verhältnisskalen gültig. Beide Skalen werden deshalb auch häufig unter dem Begriff der Kardinalskala zusammengefasst.  
 

 

 

 
 
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