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Gleitung

 
     
  1) Ingenieurgeologie: Bewegung eines Körpers entlang einer Gleitfläche. Gleitung findet beim Verformungsvorgang der plastischen Deformation statt. Der Zusammenhang des gleitenden Materials bleibt weitestgehend bestehen. 2) Mineralogie: plastische Verformung der Kristalle und Minerale, bei der sich die Einzelindividuen durch einseitige mechanische Beanspruchung ohne Bruch oder Spaltung deformieren. Diese Verformung ist eine homogene Gitterdeformation, unterscheidbar als Translation und Zwillingsgleitung. Das Translationsvermögen nimmt mit der Temperatur stark zu. Bei tiefer Temperatur ist die Translation besonders gering (z.B. Knirschen des Schnees), bei Temperaturen nahe dem Schmelzpunkt sehr gut (z.B. Gletscherbewegungen, Lawinenabgänge etc.). Die Eiskristalle, die man sich als Teilbereiche parallel der Basis (0001) vorstellen kann, lassen sich dabei relativ leicht gegeneinander verschieben, ohne dass dabei der Zusammenhang des Gitters verloren geht (Abb.). Die besonders gute Verformbarkeit der Metalle durch Ziehen, Walzen und Hämmern beruht auf Translationsvorgängen der Kristalle.


Bei der Gleitzwillingsbildung wird ein Teilkomplex des Gitters durch mechanische Einwirkung längs einer Gleitebene in eine andere Stellung (Zwillingsstellung) versetzt. Bekanntestes Beispiel ist Calcit (CaCO3). Mechanische Beanspruchung von α-Eisen führt ebenfalls zur Zwillingsgleitung mit Drucklamellierung (Neumannsche Linien der Meteoriten). Die Gleitzwillingsbildung lässt sich auch mehrfach durchführen, so dass polysynthetische Druckzwillinge entstehen. Typisch ist dies neben den Carbonaten für Plagioklase (Albitlamellen), Hämatit, Magnetit, Korund und Salzminerale. Druckzwillinge zeigen an, dass die Minerale einem erhöhten und gerichteten Gebirgsdruck ausgesetzt waren. Er kann bis zur Verformung und tektonischen Einregelung führen. Ein Sonderfall sind Rekristallisationszwillinge, die auch polysynthetisch aufgebaut sein können.

GleitungGleitung: Translation von Eis (schematisch), Translationsebene ist die hexagonale Basis (0001), Belastung senkrecht zur c-Achse (p = Druck).
 
 

 

 

 
 
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