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Eisensulfide

 
     
  Schwefelverbindungen des Eisens. Sie werden unterschieden in: a) Fe(II)-Sulfide, bei denen man wiederum Troilit (FeS; fast ideal zusammengesetztes Mineral vieler Meteoriten) von Pyrrhotin (Magnetkies) unterscheidet, b) Fe(II)-Disulfide, bei denen man unterscheiden kann in Markasit und Pyrit. Letzteres ist mit Abstand das wichtigste Fe-Sulfid, das selten rein, sondern fast immer mit mechanischen Beimengungen von z.B. Kupferkies oder Gold auftritt. Pyrit bildet selbständige Lager, in hydrothermalen Sulfidlagerstätten, untergeordnet als spätes Gemengteil basischer Plutonite, als feine Imprägnationen in Sedimentiten (z.B. bituminöse Schiefer, Alaunschiefer) und in Stein- und Braunkohlen. Die Genese sedimentärer Pyrite in anaeroben Milieus erfolgt im Standardmodell durch Sulforierung von Monosulfid. Nach der bakteriell katalysierten Sulfatreduktion geht dieser Prozess über die Fällung von extrem fein kristallinem FeS (evtl. auch Mackinawit) zur Bildung von Greigit (Fe3S4), der in stabilen Pyrit sulforiert (Abb.). In vielen anoxischen Grundwässern ist eine Übersättigung bezüglich Eisenmonosulfid gegeben. In Anlehnung zu Studien an Pyrrothin wird auch eine Eisen-Abreicherung oberflächennaher Zonen der FeS-Kristalliten diskutiert, durch die (passiv) die Schwefelanteile erhöht werden. Oberflächenüberzüge von Fe-Hydroxiden würden sich bei diesem Modell mechanisch ablösen oder unter reduzierenden Bedingungen auflösen.


In Böden kommen unter den sulfidischen Eisenverbindungen die Minerale Pyrit sowie untergeordnet Markasit am häufigsten vor. Sie entstehen meist in redoximorphen Böden (z.B. Gleye, Faulschlämme und in Marschen). In den Gro-Horizonten dieser Bildungen kommt es durch Eisensulfide zu einer schwarzen bis graublauen Färbung. Das Vorkommen von Pyrrothin beschränkt sich auf frische Ablagerungen von anaeroben Böden und Sedimenten.

EisensulfideEisensulfide: Bildung von Pyrit unter exogenen Bedingungen durch Sulforierung.
 
 

 

 

 
 
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