Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Pyrit

 
     
  [von griech. pyr=Feuer], Eisenkies, Elementarstein, Gesundstein, Grünkies, Inka-Stein, Kohlenkies, Lebereisenerz, Narrengold, Schwefelkies, Vitriolkies, Mineral mit der chemischen Formel FeS2; kubisch-disdodekaedrisch; mehr als 200 verschiedene Kristallformen, am häufigsten sind Würfel und Pentagondodekaeder, Würfelflächen sind oft parallel zu den Kanten gestreift (Abb.); Durchdringungszwillinge; Farbe: leuchtend messing-gelb, oft goldgelb, braun, bunt anlaufend (vielfach von Limonit umkrustet); Metallglanz; undurchsichtig; Strich: grünlich-schwarz bis bräunlich-schwarz; Härte nach Mohs: 6-6,5 (spröd); Dichte: 5,0-5,2 g/cm3; Spaltbarkeit: selten deutlich nach (100); Bruch: muschelig; Aggregate: auf- und eingewachsene Kristalle, sonst derb, eingesprengt, körnig bis dicht, radialstrahlig; vor dem Lötrohr wird Pyrit rissig und schmilzt zu magnetischem Kügelchen (blaue Flammenfärbung); in Salpetersäure unter Sschwefel-Ausfall nur schwer löslich, in Salzsäure unlöslich; Begleiter: Markasit, Melnikovit, Siderit, Pyrrhotin, Sphalerit, Galenit, Limonit, Baryt; Vorkommen: in hydrothermalen und sedimentären Erzlagerstätten sowie als Übergemengteil in Gesteinen, in Sedimenten häufig als bis 0,1 mm grosse himbeerähnliche Kügelchen aus zahlreichen 1-10 μm grossen Kristallen (sogenannter framboidaler Pyrit). Beim Anschlagen von Pyritkristallen mit Stahl entstehen Funken, worauf im Mittelalter die Verwendung als Feuerstein zurückging. Pyrit verwittert leicht zu Eisensulfaten, aus denen z.T. durch Hydrolyse Brauneisenerz (Limonit) ausgefällt wird; eine Hauptrolle spielen dabei Sauerstoff, Fe3+ und die relative Luftfeuchtigkeit. Beim Erhitzen auf >570ºC (z.B. durch Metamorphose) geht Pyrit unter Schwefel-Abscheidung in Magnetkies (Pyrrhotin) über. Pyrit ist eines der verbreitetsten Mineralien (Durchläufer). In Sedimenten entsteht er in reduzierendem bis sauerstofffreiem (anaeroben) Milieu als häufige, oft frühe Neubildung, und zwar überwiegend aus FeS-Vorläuferphasen, darunter Greigit (Fe3S4, Kobaltnickelkiese) und Mackinavit (Fe1+xS, tetragonales FeS). Oft als Gel ausgefällter, noch Fe1+xS, Wasser und z.T. Arsen enthaltender, sich schon unter dem Einfluss von feuchter Luft zersetzender Pyrit ist als sogenannter Melnikovit-Pyrit für den Zerfall von Sulfiderzen in Sammlungen verantwortlich. Wirtschaftlich wichtig sind vor allem die Pyritvorkommen in massiven Sulfiderzlagerstätten (Massivsulfid-Lagerstätten), den sogenannten Kieslagern, z.B. von Rio Tinto (Spanien), Norwegen und Meggen (Westfalen). Weitere Vorkommen finden sich in der Toskana, in Japan und in Porphyry-Copper-Lagerstätten, rezent in Erzschlämmen imRoten Meer. Pyrit ist z.T. Hauptausgangsprodukt für die Schwefelsäureproduktion. Pyriterze werden - und wurden schon bei den Römern (in Spanien) - auch wegen ihrer Gehalte an Kupfer und örtlich an Gold abgebaut. Das beim Rösten des Pyrits entstehende Schwefeldioxid wird in Schwefelsäure überführt und die zurückbleibenden Kiesabbrände (Purpurerz, Fe2O3) im Hochofen auf Eisen verarbeitet. Pyrit kann auch aus organischer Materie entstehen, z.B. Pyritisierung (Verkiesung) von Ammoniten und Bakterien. Synthetisch erzeugte Pyritkristalle haben als Halbleiter interessante optische Eigenschaften, z.B. für Anwendung in Solarzellen und optoelektronischen Bauteilen.

PyritPyrit: Pyrit aus der Grube Mademlako bei Strattoni (Chalchidiki, Griechenland).
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Pyriklasit
 
Pyritgesetz
 
     

Weitere Begriffe : Präzisionsnivellement Drehspiegelung IAG

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum