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Edelmetall-Lagerstätten

 
     
  als Edelmetalle werden Gold (Au), Silber (Ag) sowie die Metalle der Platingruppe, Platin (Pt), Palladium (Pd), Rhodium (Rh), Ruthenium (Ru), Osmium (Os) und Iridium (Ir) bezeichnet. In der Fachliteratur haben sich die Bezeichnungen PGE für Platingruppen-Elemente und PGM für Platingruppen-Minerale eingebürgert. Sowohl die Vorkommen wie auch die Mineralogie und die Verwendung der Edelmetalle unterscheiden sich sehr wesentlich voneinander. Gold ist v.a. Währungs-Metall, wird aber auch in der Schmuckindustrie sowie in geringen Mengen in der elektronischen Industrie verwendet. PGE haben in letzter Zeit weltweit als Katalysatoren in der Automobil-Industrie grosse Bedeutung gewonnen. Angesichts der Millionen pro Jahr produzierten Autos weltweit lässt sich die wirtschaftliche Bedeutung der PGE ermessen.


Goldlagerstätten sind weltweit verbreitet und treten in den verschiedensten geologischen Milieus auf. Dabei sind Lagerstätten, in denen Gold das einzige abbauwürdige Metall ist, von solchen zu unterscheiden, in denen es als Nebenprodukt von Buntmetall-Erzen gewonnen wird. Reine Goldlagerstätten sind:


a) Goldquarzgänge, die bei verschiedenen Temperaturen (hoch- bis tief-thermal) aus hydrothermalen Lösungen abgesetzt wurden. Hier sind die archaischen (Archaikum) Goldquarzgänge in Westaustralien zu nennen, die 1998 einen signifikanten Teil der australischen Goldproduktion von über 300 t lieferten.


b) Subvulkanische Goldgänge, die meist an intermediäre Vulkanite (Andesite) in Inselbogen-Settings gebunden sind, treten in verschiedenen geologischen Formationen auf; jüngste Vorkommen, z.B. auf Lihir Island im SW-Pazifik, sind nur wenige Millionen Jahre alt.


c) Gold-Seifen treten sowohl rezent wie fossil in Flüssen weltweit auf. In der Vergangenheit haben sie zu Gold-Räuschen, vor allem in Kalifornien und im Yukon, geführt. Fossile Gold-Seifen sind im Witwatersrand (Witwatersrand-Gold-Uran-Seifenlagerstätte), Südafrika, erhalten und bilden dort die grösste Goldlagerstätte der Welt; kleinere Vorkommen dieser Art werden in Ghana (Tarkwaian) abgebaut.


Platin-Lagerstätten, d.h. natürliche, wirtschaftlich gewinnbare Konzentrationen der PGE, sind an basische und ultrabasische Gesteine gebunden. Im Gegensatz zu Gold, das weltweit vorkommt, sind wirtschaftlich bedeutende PGE-Lagerstätten auf Südafrika, Zimbabwe und Russland beschränkt. An erster Stelle stehen die Vorkommen im geschichteten, magmatischen Bushveld-Komplex, Südafrika, sowie im Great Dyke, Zimbabwe. Besonders palladiumreiche Erze werden als Nebenprodukt der Nickel-Kupfer-Produktion in Norilsk, Nord-Sibirien, gefördert.


Chromitlagerstätten in Ophioliten führen zwar stets auch PGE, besonders Ir, Os und Ru, diese sind aber nur selten als Nebenprodukte der Chromitförderung von wirtschaftlicher Bedeutung. Platinseifen sind zwar für das Verständnis des Transportes von PGE in wässrigen Lösungen bei niedrigen Temperaturen von grossem Interesse, spielen aber bergwirtschaftlich derzeit keine Rolle.
 
 

 

 

 
 
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