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passiver Kontinentalrand

 
     
  Randbereiche kontinentaler Lithosphäre, die im Gegensatz zum aktiven Kontinentalrand nicht Plattengrenzen darstellen, sondern Übergänge zu ozeanischer Lithosphäre innerhalb einer aus kontinentaler und ozeanischer Lithosphäre zusammengesetzten Platte bilden. Der passive Kontinentalrand (Abb.) geht aus der Zerspaltung von Kontinenten und folgender divergenter Plattendrift hervor, in deren Gefolge sich am divergenten Plattenrand zwischen den auseinanderdriftenden Kontinentalblöcken ozeanische Lithosphäre mittels Ozeanbodenspreizung bildet. Passive Kontinentalränder weisen eine tektonisch ausgedünnte kontinentale Kruste auf, die durch listrische Dehnungsstörungen und Kippschollen gekennzeichnet ist. Die tektonische Krustendehnung setzt ein zur Zeit der Anlage des zur Kontinentaldrift führenden Riftsystems und entwickelt sich am passiven Kontinentalrand aber noch weiter. Die tektonische Ausdünnung der kontinentalen Kruste einerseits und das Auskühlen des Mantels nach Verlagerung der Dehnungstektonik in den Ozean andererseits bewirken das isostatische Einsinken des passiven Kontinentalrandes unter den Meeresspiegel (tektonische und thermische Subsidenz). Die Tendenz des Absinkens wird verstärkt durch meist sehr mächtige, vom Kontinent geschüttete Sedimente. In den Sedimenten ist die tektonische Entwicklung ablesbar. Über grobklastischen Sedimenten des Synriftstadiums (synsedimentäre Tektonik) folgen feinerklastische Sedimente des Postriftstadiums, die über die inaktiv gewordenen Dehnungsbrüche hinweggreifen. Weitergehende Subsidenz bewirkt die Transgression des Meeres in Becken, deren Verbindung mit den Ozeanen zunächst eingeschränkt ist. In warmen Klimabereichen führt dies zur Sedimentation von Evaporiten. Es folgt Sedimentation von pelagischen Sedimenten bis hin zu Tiefseesedimenten, wenn ozeanische bathymetrische Verhältnisse erreicht werden. Unregelmässige Subsidenz und unterschiedliche Sedimentauflast bewirken häufig das Entstehen von Saldiapiren in den Sedimenten passiver Kontinentalränder. Die tektonosedimentären Bedingungen sind günstig für das Entstehen von Erdöllagerstätten.

passiver Kontinentalrandpassiver Kontinentalrand: passiver Kontinentalrand der Biscaya mit durch Kippschollentektonik ausdünnender Kruste.
 
 

 

 

 
 
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