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metamorphe Fazies

 
     
  Mineralfazies, Zusammenfassung aller Mineralparagenesen, die wiederholt in Raum und Zeit zusammen auftreten, so dass eine regelmässige und damit vorhersehbare Beziehung zwischen dem Mineralbestand und der chemischen Zusammensetzung eines metamorphen Gesteins besteht. Dieses Faziesprinzip wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem finnischen Petrologen P.E. Eskola entwickelt. Grundannahme war dabei, dass die beobachteten Mineralparagenesen chemische Gleichgewichte, die während des Metamorphosehöhepunktes eingefroren wurden, repräsentieren. Im Laufe der Zeit haben sich die in der Abbildung wiedergegebenen sieben regionalmetamorphen und vier kontaktmetamorphen Fazies eingebürgert. Die meisten Faziesnamen sind von den in der jeweiligen Fazies auftretenden metabasischen (Metabasit) Gesteinen hergeleitet. Die P-T-Grenzen zwischen den verschiedenen Fazies sind nicht scharf, da die dort ablaufenden Mineralreaktionen stark von den jeweiligen Zusammensetzungen der beteiligten Minerale abhängen. Geländebeobachtungen der Abfolgen von metamorphen Fazies, auf die der japanische Petrologe Akiho Miyashiro zwischen 1960 und 1970 hingewiesen hat, lassen drei prinzipiell verschiedene Faziesserien unterscheiden: a) eine Hochdruckfaziesserie, die von der Blauschieferfazies zur Eklogitfazies führt und die für die Metamorphose in Subduktionszonen (z.B. das Franciscan in Kalifornien) charakteristisch ist; b) eine Mitteldruckfaziesserie, die von Zeolithfazies und Prehnit-Pumpellyit-Fazies über die Grünschieferfazies zur Amphibolitfazies reicht und die besonders in Kontinent-Kontinent-Kollisionszonen verbreitet ist (z.B. die Barrow-Zonen in Schottland); c) eine Niederdruckfaziesserie, die von der Zeolithfazies über die drei Hornfelsfazies (Albit-Epidot-Hornfelsfazies, Hornblende-Hornfelsfazies, Pyroxen-Hornfelsfazies) zur Sanidinitfazies führt und die für Bereiche mit Kontaktmetamorphose (z.B. um den Ballachulish-Pluton in Schottland) oder für regionalmetamorphe Gebiete mit einer hohen Rate von magmatischen Intrusionen typisch ist (z.B. Abukuma-Gebiet in Japan). Diese Zusammenstellung macht deutlich, dass es einen wichtigen Zusammenhang zwischen den metamorphen Ereignissen und den geotektonischen Verhältnissen gibt und dass man aus den Mineralparagenesen der metamorphen Gesteine wichtige Informationen über die in der Vergangenheit abgelaufenen geologischen Prozesse gewinnen kann (Tab.).

metamorphe Faziesmetamorphe Fazies: Druck-Temperatur-Bedingungen der metamorphen Fazies.

metamorphe Faziesmetamorphe Fazies (Tab.): diagnostische Minerale und Paragenesen der regionalmetamorphen Fazies.
 
 

 

 

 
 
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