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Pyrop

 
     
  [von griech. pyropós=feueräugig], Böhmischer Granat, Karfunkelstein, Kaprubin, Magnesiatongranat, Magnesiumtongranat, roter Granat, Mineral mit der chemischen Formel Mg3Al2[SiO4]3; Pyrop ist ein durch Eisen- und Chromgehalte blutroter bis schwarzroter, durchsichtiger bis undurchsichtiger, überwiegend als eingewachsene oder lose abgerollte Körner vorkommender Granat, stets mit Gehalten an Almandin-Komponente. Die Farbe wird durch Eisen- und Chromgehalte bedingt. Varietäten sind der weinrote bis purpurfarbene oder grünlich-violette Chrom-Pyrop (bis 18,9 Gew.-% Cr2O3), der kräftig rosenrote Rhodolith (Pyrop-Almandin-Mischkristall) und die rötlich-orangefarbigen »Malaya-Granate« (aus Kenia). Die Dichte beträgt 3,7-3,9 g/cm3 (3,582 g/cm3 bei reinem Pyrop); Vorkommen: chromreicher Pyrop im oberen Erdmantel, in Kimberliten und als Einschlüsse in Diamanten, als Hauptbestandteil der Granate in Eklogiten, in Granat-Peridotiten und -Pyroxeniten (z.B. Alpe Arami in der Schweiz und in Norwegen) und daraus hervorgegangenen Serpentin-Gesteinen (z.B. bei Trebenice in Böhmen), als abgerollte Körner und Bruchstücke in Seifen und Schottern (z.B. Podsedice in Böhmen) und in Gesteinen der Hochdruckmetamorphose, z.B. im Dora Maira-Massiv (Italien). Pyrophyllit, [von griech. pyr=Feuer und phyllos=Blatt, wegen Aufblättern beim Erhitzen], Pyrauxit, talkähnliches, zu den Dreischicht-Phyllosilicaten gehörendes Mineral mit der chemischen Formel Al2[(OH)2/Si4O10] bzw. Al2O3-4SiO2·H2O; triklin und monokline Kristallform; perlmutterglänzende oder matte tafelige Kristalle oder strahlige, fächerförmige Aggregate mit vollkommener Spaltbarkeit; weiss, grau, grünlich oder gelblich durchscheinend oder undurchsichtig; Härte nach Mohs: 1-1,5; Dichte: 2,8 g/cm3; Pyrophyllit fühlt sich fettig an; Vorkommen: in niedriggradig metamorphen Gesteinen, z.B. in Phylliten (u.a. Zermatt in der Schweiz). Bauwürdige Pyrophyllit-Lagerstätten sind durch hydrothermale Umwandlung saurer magmatischer Gesteine, besonders Rhyolithe und deren Tuffe, entstanden. Hauptförderländer sind Japan, Südkorea und die USA (vor allem North Carolina); weitere Vorkommen stehen in der VR China, Brasilien, Australien, Indien und der Republik Südafrika (hier als »wonderstone« bezeichnetes Erz mit über 90% Pyrophyllit) im Abbau. Als »Roseki« (Wachs-Stein) werden in Japan hydrothermal entstandene, wachsartig aussehende tonige Gesteine bezeichnet, die überwiegend aus Pyrophyllit oder Sericit (Muscovit) oder Kaolinit bestehen. Eine dichte kryptokristalline Abart von Pyrophyllit ist Agalmatolith, ein gut schnitzbares Bildhauermaterial aus China. Verwendung findet Pyrophyllit vielfach wie Talk, vor allem als Feuerfestmaterial, gewöhnlich in Kombination mit Zirkon, z.B. für Feuerfest-Keramiken und Pyrophyllit-Zirkon-Pfannensteine für die Stahlindustrie; ferner für Isolationskeramiken, Wandfliesen, als Füllstoff für Papier, Kunststoffe, Kautschuk und Seifen, Füllstoff für Puder in der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie und als Trägerstoff für Insektizide. Dreischichtminerale, Phyllosilicate.  
 

 

 

 
 
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