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Mikrofossil

 
     
  ein mikroskopisch kleines, nur mit optischen Hilfsmitteln erkenn- und bearbeitbares Fossil. In der Regel kommen lichtoptische Methoden bei Vergrösserungsfaktoren von 5- bis 100fach zum Einsatz. Der Übergang sowohl zu den noch kleineren Nannofossilien als auch zu den mit blossem Auge erkennbaren Makrofossilien ist fliessend. Zu den Mikrofossilien gehören bis auf die Grossforaminiferen alle Protozoen, insbesondere die wichtigen Calpionellen, Foraminiferen und Radiolarien, mikroskopische kleine Metazoen (Cricoconariden, Ostracoden, aber auch mikroskopisch kleine Vertreter von Gruppen, welche normalerweise als Makrofossilien auftreten wie Brachiopoden oder Crinoiden) sowie isolierte Hartteile von Metazoen (v.a. Conodonten, Scolecodonten, Holothurien, Schwammspiculae, Mikrovertebratenreste wie Zähne oder Schuppen und Otolithen von Fischen sowie Zähne kleiner Säuger). Unter den autotrophen Organismen sind als Mikrofossilien v.a. zu nennen Diatomeen (Bacillariophyceae), die Oogonien der Charophyceae und die Sammelgruppe der Kalkalgen. Sporen (Sporae dispersa) und Pollen sind Untersuchungsgegenstand der Palynologie. Zunehmend werden zur Palynologie auch andere organisch-wandige Mikrofossilien gerechnet, z.B. Chitinozoa, Acritarchen, Zysten von Dinophyta etc.


Das Studium von Mikrofossilien erfordert besondere Aufbereitungs- und Bearbeitungstechniken. Aus unverfestigten und leicht verfestigten Gesteinen lassen sie sich mit Sieben unterschiedlicher Korngrösse ausschlämmen. Vor allem phosphatische Mikrofossilien (Conodonten, Mikrovertebraten) lassen sich mit Schweretrenntechniken anreichern und unter dem Binokular vom übrigen Gesteinsrückstand auslesen. Aus verfestigten Gesteinen können Mikrofossilien entsprechend ihres Skelettmaterials mit unterschiedlichen Säuren und anderen das Gesteinsgefüge durch Volumenänderung aufbrechenden chemischen oder physikalischen Methoden herausgelöst werden. Wegen ihrer Kleinheit sind Mikrofossilien auch aus kleinen Gesteinsmengen, z.B. Bohrkernen, gewinnbar und deshalb als Leitfossilien für die relative Altersbestimmung bzw. Biostratigraphie von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus sind viele Mikrofossilien sensible Indikatoren der Paläoumwelt (Fazies).
 
 

 

 

 
 
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