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Spore

 
     
  Sammelbezeichnung für Fortpflanzungszellen der Algen, Fungi und Plantae. Sporen sind durch Mitose gebildete Mitosporen, die der rein vegetativen Vermehrung dienen, oder Meiosporen als Produkt einer Reduktionsteilung bei geschlechtlicher Fortpflanzung. Die fossilen Sporen sind überwiegend von Pteridophyta gebildete Meiosporen, die im Lebenszyklus mit geschlechtlich/ungeschlechtlichem Generationswechsel als Keimzellen der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienen. Im Sporangium des diploiden Sporophyten entstehen aus dem Archespor Sporenmutterzellen und daraus bei der Reduktionsteilung vier tetraedrisch angeordnete Sporen. Vor dem Zerfall dieser Sporen-Tetrade werden die Vierlinge so aneinandergepresst, dass jede Spore an den drei Andruckstellen im Innern der Tetrade, d.h. proximal, abplattet und dort eine dreistrahlige (trilete) Struktur (Y-Marke, Tetradenmarke) auf der Oberfläche entsteht. Bei der Keimung öffnet sich dort die Sporenwand als dreistrahlige Laesur (trilaesurate Keimstelle). Erdgeschichtlich jüngere Sporen-Vierlinge können auch um eine Achse angeordnet sein und haben deshalb eine achsenparallele, längsgestreckte Laesur. Solche Sporen sind monolet/monolaesurat. Im Unterschied zu den distalen, äquatorialen und pantotremen Keimstellen der Pollen liegt die Laesur der Sporen immer proximal (catatrem). Die Sporenwand (Sporoderm) besteht aus einer inneren dünnen Zellulose-Lage (Endospor) und der fossilisationsfähigen äusseren Wand (Exospor) aus resistentem Sporopollenin (Palynologie, Pollenanalyse). Dem Exospor kann das Perispor als zusätzliche, jedoch leicht abzulösende Schicht aufgelagert sein. Die ursprünglicheren Landpflanzen (Bryophyta und die meisten Pteridophyta) produzieren nur einen Sporentyp (isospor), aus dem der Gametophyt als Prothallium keimt und an dem Antheridien und Archegonien (Gametangium) entstehen. Höchstentwickelte Pteridophyta sind heterospor. Sie bilden in Mikrosporangien Mikrosporen, die zu einem kleinen männlichen Prothallium keimen, und in Makrosporangien Makrosporen, die ein relativ grosses weibliches Prothallium liefern. Heterosporie tritt seit dem Devon auf. Da die biologische Differenzierung des Geschlechts jedoch nicht ausnahmslos im Grössenunterschied der Sporen zum Ausdruck kommt, ist die morphologische Geschlechts-Determinierung von isoliert im Sediment vorkommenden fossilen Sporen (Sporae dispersae) nicht möglich. Dann werden lediglich nach der Grösse Sporen unter 200 μm Mikrosporen und über 200 μm Megasporen genannt. Sporen sind sehr leichte Zellen und spezialisiert auf Verbreitung und Überleben. Sie können sehr lange ohne Metabolismus-Aktivität überdauern und verbrauchen deshalb dann auch kein Wasser. Zusätzlich verhindert der Wandungsaufbau Wasserverlust.  
 

 

 

 
 
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