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Hortonscher Landoberflächenabfluss

 
     
  Hortonscher Oberflächenabfluss, nach R.E. Horton benanntes Fliessen von Wasser über die Landoberfläche infolge von Infiltrationsüberschuss. Ist die Niederschlagsintensität grösser als die Infiltrationsrate, fliesst das auf der Erdoberfläche zurückbleibende Wasser beim Vorhandensein eines Gefälles als Landoberflächenabfluss ab, wobei es den Vorfluter erreichen oder auf dem Weg dorthin wieder versickern kann (Zwischenabfluss Abb.). Hortonscher Landoberflächenabfluss wird hauptsächlich bei hochintensiven Niederschlägen auf Böden mit geringer Infiltrationskapazität beobachtet. Geringe Infiltrationseigenschaften weisen feinkörnige Böden bei gleichzeitig nicht vorhandenen, unterbrochenen oder verstopften Makroporen auf. Die Wasserleitfähigkeit kann an der Bodenoberfläche durch Verschlämmung, Verdichtung oder Verkrustung reduziert sein. Mit zunehmender Oberflächenverdichtung steigt der Hortonsche Landoberflächenabfluss. Er ist bei versiegelten Flächen, bei gefrorenem Boden sowie bei oberflächig anstehendem Fels wegen fehlender Infiltration besonders hoch. Mit zunehmender Befeuchtung der Böden nimmt die Infiltrationsrate während eines Niederschlages ab, bis sie einen Endwert, die Endinfiltrationsrate, erreicht (Sättigungsflächenabfluss). Entsprechend steigt der Hortonsche Landoberflächenabfluss. Bei hohen Niederschlagsintensitäten und wenig durchlässigen Böden ist die Endinfiltrationsrate gering und schnell erreicht. Man spricht vom absoluten Hortonschen Landoberflächenabfluss. Wenn die Niederschlagsintensität geringer, der Boden durchlässiger ist und er dadurch anfangs noch alles Wasser aufnehmen kann, entsteht zeitlich verzögerter Hortonscher Landoberflächenabfluss. Stark ausgetrocknete Böden können durch den Benetzungswiderstand der Bodenpartikel stark infiltrationshemmend wirken. Auch in hydrophoben Humusformen vorkommende Substanzen können abflusshemmend wirken. Es wird oft auch vom zeitweiligen oder temporären Hortonschen Landoberflächenabfluss gesprochen. In ariden und semi-ariden Gebieten dominiert der Hortonsche Landoberflächenabfluss wegen der hier häufig anzutreffenden Oberflächenverkrustung, Vegetationsarmut und ausgetrockneter Böden. Er ist Hauptverursacher von Sturzfluten.  
 

 

 

 
 
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