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Bodenverdichtung

 
     
  1) Prozess der Erhöhung der Bodendichte bzw. der Dichtlagerung des Bodens. Bodenverdichtung wird verursacht durch anthropogene Einflüsse wie mechanische Beanspruchung des Bodens durch Auflast oder durch Druckbelastungen der Mechanisierungsmittel der Feldwirtschaft beim Befahren. Die entstehenden Sackungsverdichtungen führen zu einer Verminderung der Höhe bzw. des Volumens der beanspruchten Bodensäule. Konsequenzen sind eine Verminderung des Luftvolumenanteils und eine Erhöhung des Substanzvolumenanteils, drastisch reduziert wird der Anteil an Makroporen, Feinporen nehmen zu. Bodenverdichtung kann auch verursacht werden durch natürliche Prozesse der Einlagerung aus dem Oberboden mobilisierbarer Bodenteilchen (Ton, Feinschluff, Metalloxide, Huminstoffe) in den Unterboden, z.B. durch Eisen-Huminstoffverbindungen verfestigtes Kittgefüge im Ortsstein der Podsole oder im Go-Horizont der Gleye nach Verockerung als Raseneisenstein. Einlagerungsverdichtungen können auch durch den Einfluss von Grund-, Hang- oder Quellwasser entstehen.


2) Zustand einer gravierenden Schädigung des Bodengefüges (Schadverdichtung), v.a. durch den unsachgemässen Einsatz von Maschinen und Geräten im landwirtschaftlichen Produktionsprozess. Kennzeichen sind die Beeinträchtigung wichtiger Bodenfunktionen des Wasser- und Gasaustausches, die Einschränkung der Durchwurzelbarkeit, die Erhöhung der energetischen Aufwendungen bei der Bodenbearbeitung sowie die Reduzierung des Ertragsniveaus. Anhaltspunkte für das Erreichen dieser kritischen Zustände liefern substratbezogene Grenzwerte der Lagerungsdichte, des Bodenwiderstandes oder auch der gesättigten Wasserleitfähigkeit. Schadverdichtungen können durch Massnahmen der Tiefenlockerung aufgebrochen werden. Sie sind in der Wirkungsdauer jedoch sehr begrenzt und beseitigen die Ursachen für die Entstehung von Schadverdichtungen nicht; die Alternative besteht in der Vermeidung von Schadverdichtungen. Dies ist nur durch einen Komplex von Massnahmen zur Verminderung der mechanischen Beanspruchung des Bodens zu erreichen. Dazu gehören u. a. die Nutzung bodenschonender Landtechnik mit Fahrwerken geringerer Kontaktflächendrücke und niedrigerer Radlasten, die Veränderung von Verfahren durch Kombination von Werkzeugen, Geräten und Arbeitsgängen bei der Bodenbearbeitung, Bestellung und Bestandesführung mit dem Ziel einer Verminderung der Überrollhäufigkeit sowie die Berücksichtigung der Befahrfeuchte.
 
 

 

 

 
 
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