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thematische Landesaufnahme

 
     
  die Bearbeitung von thematischen Kartenwerken für das Gebiet eines Staates oder einer grösseren Region auf der Grundlage von topographischen Karten. Der Begriff wird auch verwendet für den Vorgang der thematischen Informationserfassung und für das kartographische Endergebnis, die umfassende und systematische Zusammenstellung verschiedener thematischer Karten für einen grösseren Raum. Gegenstand der thematischen Landesaufnahme sind vorrangig gross- und mittelmassstäbige thematische Karten von einzelnen Komponenten der natürlichen Ausstattung und des Zustandes des jeweiligen Gebietes (geowissenschaftliche Karten). Sie bilden, zumeist in Verbindung mit Fachinformationssystemen, eine wesentliche Grundlage für die optimale Nutzung der Naturressourcen. Die im Rahmen der thematischen Landesaufnahme zu erfassenden Sachdaten werden in der Regel auf der Basis von topographischen Karten im Gelände erfasst (thematische Feldaufnahme), wobei die Aufnahmemassstäbe zwischen 1:5000 und 1:25.000 liegen. Die geometrische Genauigkeit hängt dabei nicht nur vom Kartenmassstab ab, sondern auch von der Schärfe, mit der sich Objekte, Grenzlinien, Grenzsäume usw. erfassen lassen. Die endgültige Herstellung und Vervielfältigung der Karten erfolgt entweder im Aufnahmemassstab oder in einem kleineren Kartenmassstab. Vielfach werden von diesen Grundkarten Karten in entsprechenden Folgemassstäben (z.B. 1:100.000, 1:200.000) durch thematische Generalisierung abgeleitet. In immer stärkerem Masse werden für die thematische Informationserfassung Methoden der Photogrammetrie und der Fernerkundung eingesetzt (Auswertung von Luftbildern und Satellitenbildern - auch durch automatisierte Interpretation als digitale Bildauswertung). Dann entstehen häufig auch unmittelbar mittelmassstäbige thematische Karten, die nicht durch Generalisierung aus Grundkarten gewonnen worden sind. Die Einheitlichkeit der oft aus zahlreichen Einzelblättern bestehenden Kartenwerke wird durch festgelegte Kartenzeichensysteme (kartographisches Zeichensystem) bzw. Kartierungsschlüssel und Kartieranleitungen gewährleistet. Die erste thematische Landesaufnahme war im 19. Jh. die geologische Kartierung, die in den deutschen Staaten, beginnend 1866 mit Preussen, im Massstab 1:25.000 erfolgte und zur Entstehung geologischer Landeskartenwerke führte (geologische Karten). Heute ist die Geologische Karte 1:25.000 (GK 25) das wichtigste Kartenwerk der geologischen Landesaufnahme in der Bundesrepublik Deutschland. Diese geologische Grundkarte wird zukünftig als Flächendatenbank in Verbindung mit digitalen Raummodellen im Rahmen eines geologischen Basisinformationssystems den Nutzern zur Verfügung stehen. Weltweit sind in zahlreichen Staaten geologische Landesaufnahmen durchgeführt bzw. begonnen worden. Von grosser Bedeutung sind weiterhin die bodenkundliche Landesaufnahme (Bodenkarten), die Aufnahme von Forstwirtschaftskarten für die Waldflächen und die Landnutzungskartierung. Für den Freistaat Sachsen liegt seit 1996 erstmalig in Deutschland ein flächendeckendes Landnutzungs-Kartenwerk 1:100.000 auf der Basis einer automatischen Klassifikation von Satellitenbilddaten vor. Nur wenige Staaten verfügen über flächendeckende pflanzensoziologische Kartenwerke der natürlichen Vegetation (Vegetationskarten). Verschiedentlich sind in (zumeist europäischen) Staaten geomorphologische Kartierungen als thematische Landesaufnahme durchgeführt worden.  
 

 

 

 
 
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