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VHMS-Lagerstätten

 
     
  VMS-Lagerstätten (veraltet), volcanic-hosted massive sulphide deposits, Sulfid-Lagerstätten, die am Meeresboden im Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität gebildet wurden und deshalb entweder an mafische oder an felsische Vulkanite gebunden sind. Plattentektonisch gesehen entstehen VHMS-Lagerstätten an konstruktiven (Mittelozeanischer Rücken) und destruktiven (backarc) Positionen sowie an intraozeanischen Inselbögen. Sie haben sich seit frühesten geologischen Zeiten gebildet und treten im Archaikum, Proterozoikum und im Känozoikum auf. Besonderes Interesse hat die Möglichkeit hervorgerufen, VHMS-Lagerstätten „in statu nascendi” zu beobachten. Spektakuläre Erfolge haben internationale Gruppen mit ozeanographischen Forschungsschiffen in den letzten Jahren im Manus-Becken des südwestlichen Pazifik (Lihir Island, Conical Seamount) und vor der Westküste Kanadas (Juan de Fuca Ridge) erzielt. Die eindrucksvollste Manifestation dieser rezenten Erzbildung sind die black smokers, aus denen durch Konsolidierung und Rekristallisation massive sulphides entstehen.


VHMS-Lagerstätten sind durch eine Stockwerkzone (engl. stringer zone) im Liegenden und durch massive Sulfidlinsen im Hangenden charakterisiert. Die Stockwerkzone stellt dabei die ursprünglichen Zufuhrkanäle der Erzlösungen dar, die dann auf dem Meeresboden ausgetreten (black smokers) und zu massiven Sulfidlinsen angewachsen sind. Ein Charakteristikum dieser Lagerstätten ist, dass sie oft nur relativ kleine (5-10 Mio. Tonnen) Erzkörper bilden, aber in relativ grosser Zahl in sogenannten VHMS-Distrikten vorkommen. Seltener findet man Grosslagerstätten mit mehreren 100 Mio. Tonnen Erzreserven, wie z.B. Kid Creek (Kanada) oder Neves Corvo (Portugal). Dem Metallgehalt nach lassen sich eine Cu-Zn-Gruppe, die vorzugsweise in mafischen Vulkaniten im Archaikum und im Alt-Proterozoikum des Kanadischen Schildes vorkommt, und eine Zn-Pb-Cu-Gruppe, die an felsische Vulkanite gebunden ist und am besten durch die Kuroko-Lagerstätten Japans repräsentiert wird, unterscheiden. Die wirtschaftlich wichtigen Minerale sind Kupferkies (CuFeS2), Zinkblende (ZnS), Bleiglanz (PbS) und Pyrit (FeS2) sowie Magnetkies (FeS). Gehalte an Kupfer können von 0,3 bis 8%, an Zink von 0,5 bis 18% und an Blei von 0,3 bis 7,6% schwanken. Dazu gesellen sich meist 30-70 g/t Silber und 0,4-3,5 g/t Gold. Die wirtschaftlich wichtigsten VHMS-Distrikte liegen im nordwestlichen Quebec und nordöstlichen Ontario (Kanada), im Grüntuff-Gürtel von Japan, im Bathurst-Distrikt von New Brunswick (Kanada) und im westlichen Tasmanien. In Europa sind Zypern (nur historisch bedeutsam), der iberische Pyrit-Gürtel mit Rio Tinto (Spanien) und Neves Corvo (Portugal) sowie Outokumpu (Finnland) zu nennen. Literatur: [1] Hannington, M. and Herzig, P. (1997): Recent Ore Deposits on the Ocean Floor. Geowissenschaften 15, 336-347. [2] Leistel, J.M., Marcoux, E., Thiéblemont, D., Quesada, C., Sanchez, A., Amodovar, G.R., Pascual, E., Saéz, R. (1998): The volcanic-hosted massive sulphide deposits of the Iberian Pyrite Belt: review and preface to the thematic issue. - Mineralium Deposita, 33, 2-30. [3] Misra, K.C. (2000): Understanding Mineral Deposits. Dordrecht/Boston/London. [4] Rone, P.A., Scott, S.D. (1993): Seafloor hydrothermal mineralisation - new perspectives. -Econ. Geol. 88, 1935-1976.
 
 

 

 

 
 
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