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Tundra

 
     
  [finnisch tunturi=Hügel], baumfreie bis baumarme Vegetationszone der Subpolargebiete mit einer relativ artenarmen Vegetation (Abb. 1). Man unterscheidet Flechtentundra (Flechten) Moostundra und Zwergstrauchtundra (Zwergstrauchheide). Die niedrigen Bäume bestehen v.a. aus Weiden und Birken. Die Schneedecke liegt bis zu 300 Tage im Jahr und im Sommer weisen nur wenige Tage eine Mitteltemperatur über 10ºC auf.


Je nach Breitenlage und Kontinentalitätsgrad ist die Tundra verschieden ausgebildet. Haupttypen sind die Flecken- und die Torfhügeltundra. Wo die Tundra an den Borealen Nadelwald angrenzt, tritt die Waldtundra auf, die aus Birken, Kiefern und Lärchen zusammengesetzt ist, und die in kleinen Beständen und in Krüppelform auftreten. Die Tundra ist heute nur noch innerhalb des Polarkreises verbreitet, reichte aber im Pleistozän und während des frühen Postglazials bis in die heute gemässigten Breiten Mitteleuropas.Deshalb finden sich in den Alpen noch glaziale Reliktpflanzen, welche in Europa sonst nur in der Tundra vorkommen .


Typische Tundraböden sind Rohböden vom Typ der Syroseme, der Tundraranker und die Råmark. Der gefrorene Untergrund (Permafrost) taut auch im Sommer nur in einer geringmächtigen Schicht auf. Die Permafrost ist daher sehr kurz. Bedingt durch den Polartag (nördlich des Polarkreises 24 Stunden Sonneneinstrahlung im Sommer) können die Pflanzen an klaren Tagen hingegen ständig Photosynthese betreiben und so für den Rest des Jahres einen kleinen Gewinn an Assimilaten (Assimilation) erzielen. Das Wachstum der Pflanzen geht aber nur langsam vonstatten, ihre Regenerationsfähigkeit ist gering und benötigt ausgedehnte Zeiträume. Da während des langen Polartages durchgehend Nahrung aufgenommen werden kann und daher die Aufzucht der Jungen bereits vor Einbruch des Winters beendet ist, verbringen viele Vogelarten die Sommersaison in der Tundra. Hingegen können nur wenige Vögel auch im Winter in der Tundra leben. Eine entscheidende Rolle in der Stickstoffversorgung der Tundra spielen Meeresvögel (Guano) und Flechten mit stickstoffixierenden, symbiotischen Cyanobakterien (z.B. Nostoc). Seit mehreren Jahrzehnten werden die Polar- und Subpolargebiete immer mehr von der anthropogenen Luftverschmutzung betroffen. Stickstoffdepositionen und Seen-Versauerung durch sauren Regen, Akkumulation von persistenten organischen Stoffen wie DDT und PCB und von Radionukliden in der Nahrungskette. Davon sind v.a. die Organismen an der Spitze der Nahrungskette (grosse Land- und Meeressäuger sowie der Mensch) betroffen (Abb. 2).

TundraTundra 1: Verbreitungskarte der Tundra.

Tundra
 
 

 

 

 
 
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