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Paläontologie

 
     
  Wissenschaft vom Leben der Vorzeit. Ihr Forschungsobjekt sind die in Sedimentgesteinen eingebetteten Fossilien im weitesten Sinn, das heisst alle Zeugnisse früheren Lebens. Dazu gehören neben den Körperfossilien auch die Zeugnisse der Lebenstätigkeit von Organismen (Spurenfossilien) sowie chemisch nachweisbare Reste früheren Lebens (Chemofossilien). Die Paläontologie ist eine eigenständige Wissenschaft im Spannungsfeld zwischen Geologie und Biologie (Abb.), von denen sie Grundlagen und Methoden übernimmt, die sie aber durch die Zulieferung eigenständiger Forschungsergebnisse um wesentliche Facetten ergänzt. Mit der Geologie verbindet sie das Gestein als einbettendes und erhaltendes Medium der Fossilien. Für deren Interpretation sind deswegen die Kenntnis der Vorgänge bei der Einbettung und Diagenese von Fossilien (Taphonomie) ebenso wie die Kenntnis fossiler Ablagerungs- und Lebensräume (Fazies) unabdingbar. Mit der Biologie ist sie durch die konkreten Forschungsobjekte, die fossilen Organismen, verbunden. Umgekehrt liefert die Paläontologie beiden Wissenschaften über die Biostratigraphie einen konkreten Zeitbezug und damit die wesentliche historische Komponente, um die Zeitdauer stammesgeschichtlicher Entwicklungen (Phylogenie) und geologischer Prozesse abschätzen zu können. Damit ist sie ein wesentliches Standbein der Historischen Geologie (Erdgeschichte). Für die Biologie erweitert sie die Momentaufnahme der heutigen Biodiversität durch die morphologische Kenntnis der zahlreichen ausgestorbenen fossilen Lebensformen - auch höherer Taxa - und ihrer Funktionsmorphologie und Lebensweise. Damit liefert sie als einzige Wissenschaft greifbare Belege zur Evolution; sie zeichnet vergangene Lebensstrategien und Ökosysteme und deren Veränderung in Raum und Zeit nach. Die Ergebnisse zur Paläoökologie fossiler Lebensformen ergänzen und präzisieren in der Geologie aber auch die Interpretation fossiler Ablagerungsräume und sind wichtige Paläoklima-Indikatoren. Gleichermassen wichtig ist der Beitrag der Paläobiogeographie zur methodologisch unabhängigen Rekonstruktion von Paläokontinentlagen und dem andersartig in dieser Präzision nicht erreichbaren Entstehen und Verschwinden von Landbrücken oder der Drift von Terranen. Nicht zuletzt soll die gesteinsbildende Häufigkeit von Fossilien hervorgehoben werden, z.B. in Lumachellen, Riffen und Kohleflözen, an die zum Teil wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten von Steine und Erden, Kohlenwasserstoffen und Kohlen gebunden sind.

PaläontologiePaläontologie: Teilbereiche der Paläontologie und ihre Beziehungen zu Nachbarwissenschaften.
 
 

 

 

 
 
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