Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Naturschutz

 
     
  Gesamtheit aller Massnahmen, die dem Schutz, der Regeneration, der Pflege und der Förderung der Natur in all ihren Erscheinungsformen dienen. Der Naturschutz beruht auf einem Zusammenspiel aus objektiven Erkenntnissen der Ökologie und Landschaftsökologie sowie den subjektiven Wertsetzungen durch die Gesellschaft. Kernpunkt ist die Erhaltung der freilebenden Pflanzen- und Tierarten und der von ihnen aufgebauten Biozönosen. Deren Gefährdung liegt fast immer in einer Zerstörung ihrer Lebensräume; diese zu schützen ist daher die entscheidende Aufgabe. Darüber hinaus sollen die Leistungsfähigkeit des Landschaftshaushalts, die Nutzungsfähigkeit der natürlichen Ressourcen sowie die "Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft" nachhaltig gesichert werden (Bundesnaturschutzgesetz vom 20.12.1976).


Die Notwendigkeit des Naturschutzes kann mit verschiedensten Argumenten begründet werden: ethisch (Recht auf Leben der nichtmenschlichen Organismen), theoretisch-wissenschaftlich (Naturschutz ist Gegenstand unseres Erkenntnisstrebens), pragmatisch (der Mensch braucht die Naturgüter und die Naturraumpotentiale zum Leben und Überleben), anthropobiologisch (Bereicherung, Regenerierung des menschlichen Geistes) und historisch-kulturell (Schutz historisch gewachsener Kulturlandschaften). Die Dringlichkeit des Naturschutz beruht auf dem rapiden Schwund von freier Landschaft durch Überbauung, den schleichenden Veränderungen der Vegetation und damit der Tierwelt durch Intensivierung der Nutzung und Zerstörung von wenig genutzten Kleinstandorten und schliesslich auf der Irreversibilität der meisten Eingriffe.


Naturschutzplanung bezieht sich traditionell v.a. auf die Schutzgebietsplanung mit der konzeptionellen Planung, der Bedarfs-, Pflege- und Entwicklungsplanung. Die klassischen Instrumente des Naturschutzes sind der Artenschutz und der Flächen- oder Biotopschutz; hinzugekommen sind landschaftspflegerische Möglichkeiten. Gewiss lassen sich nur verhältnismässig kleine Flächen (derzeit ca. 1% der Fläche Deutschlands) formell unter Schutz stellen (Naturschutzgebiete); und auch diese Gebiete sind vielfach durch anderweitige Nutzungen wie Tourismus und Landwirtschaft geschädigt. Die blosse Neuanlage geeigneter Biotope (Kiesgruben, Strauchstreifen) bewirkt nichts, wenn nicht Lebewesen erhalten geblieben sind oder aus der Nachbarschaft einwandern können. So ist auch die moderne Forderung zu verstehen, für eine Vernetzung einander ähnlicher Standorte in der Landschaft zu sorgen (Biotopverbundsystem), auch wenn dies ohnehin nur mit linienhaften und häufigen Standorttypen wie Böschungen und Gräben möglich ist. Bei Sonderstandorten wie Mooren und Trockenrasen sind die Ungestörtheit und eine ausreichende Ausdehnung der Schutzgebiete umso wichtiger. Solange sich die allgemeinen Bewirtschaftungsziele in der freien Landschaft nicht mit den Zielen des Naturschutzes decken, bleibt die Ausweitung von Naturschutzgebieten eine absolute Notwendigkeit. Nur so besteht die Chance, Arten und Lebensgemeinschaften zu erhalten und im günstigsten Falle eine von dort ausgehende spätere Ausbreitung zu ermöglichen.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
naturräumliche Ordnung
 
Naturschutzgebiete
 
     

Weitere Begriffe : Sauerstoffisotopenfraktionierung Paläoseife Zenitwinkel

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum