Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Meeresforschung

 
     
  Objekt der Meeresforschung ist das Meer als Komponente im Klimasystem, als weltumspannendes Ökosystem und Eiweisslieferant, als geochemischer Reaktor und Lieferant mineralischer Rohstoffe, als Verkehrsweg, Deponie, Energiequelle und Erholungsraum. Entsprechend sind die Disziplinen Physik, Chemie, Biologie, Meteorologie, Geographie, Geologie und Geophysik an der Meeresforschung beteiligt. Die Entwicklung der Meeresforschung begann 1853 mit der systematischen Aufzeichnung ozeanischer Beobachtungen durch die Handels- und Marineschiffe und der Sammlung und Auswertung dieser Daten in den hydrographischen Ämtern. Als Startpunkt der wissenschaftlichen Meeresforschung gilt die Weltreise des englischen Forschungsschiffes "Challenger" 1872-1875. Der Phase der ersten Erkundung der Tiefsee folgte die systematische Aufnahme ganzer Ozeanräume, u.a. des Südatlantiks durch das deutsche Forschungsschiff "Meteor" 1925-1927 bzw. des Indischen Ozeans durch die Internationale Indische Ozean-Expedition 1959-1965 mit über 40 Forschungsschiffen. Es folgte die Phase der Prozessuntersuchungen, u.a. die Quantifizierung der Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre im Entstehungsgebiet atlantischer Hurrikans im Jahr 1974. Eine erste moderne Zustandsbeschreibung des Weltmeeres, die als Voraussetzung für die Initialisierung und den Test von Klimamodellen notwendig ist, konnte in den Jahren 1990-1998 im Rahmen des Globalen World Ocean Circulation Experimentes mit Hilfe von Schiffs- und Satellitenbeobachtungen erstellt werden. Aufbauend darauf begann 1999 ein weltweites Langzeitprogramm zur Erfassung saisonaler, zwischenjährlicher und dekadischer Schwankungen des Ozeans. Zusammen mit gekoppelten Modellen des Ozeans und der Atmosphäre wird angestrebt, die Vorhersagbarkeit von Klimaveränderungen von einigen Monaten wie für El Niño auf Dekadenzeiträume auszudehnen. Meeresforschung in Deutschland wird schwerpunktmässig von ca.


3.000 Wissenschaftlern und Technikern an zehn Standorten in den fünf norddeutschen Küstenländern betrieben. Die Hauptwerkzeuge sind Messplattformen, wie z.B. Forschungsschiffe, satellitengestützte und akustische Fernerkundung (Fernerkundung des Meeres) sowie Grossrechenanlagen. Deutsche Wissenschaftliche Kommission für Meeresforschung.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Meeresbodentopographie
 
Meeresgeodäsie
 
     

Weitere Begriffe : Muldental Cordonazo Vanadiumminerale

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum