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Deponie

 
     
  dient der gesammelten Ablagerung von Abfällen und ist nach dem Wasserhaushaltsgesetz so anzulegen, dass das Grundwasser durch ihren Einfluss nicht nachteilig verändert wird. Bis in die 60er Jahre wurden Abfälle in kleinen ungeordneten Deponien, ohne jegliche Abfallkontrolle deponiert. Vorhandene Gruben wurden oft einfach verfüllt ohne Berücksichtigung geologischer und hydrogeologischer Gegebenheiten. Aufgrund ihrer Errichtung auf meist ungünstigen Deponiestandorten gehen von diesen Deponien heute oft Gefahren für das Grundwasser aus und sind somit zu den Altlasten zu zählen. Mit dem 1972 eingeführten Abfallbeseitigungsgesetz, stellte man die Mülldeponierung auf wenige grosse geordnete Deponien mit Sickerwasser- und Gasfassungsanlagen um. Das Abfallbeseitigungsgesetz und entsprechende Ländergesetze und Verordnungen bilden heute die gesetzliche Grundlage für die Errichtung neuer Deponien. Die wichtigsten Verwaltungsvorschriften sind die Allgemeine Abfallverwaltungsvorschrift über Anforderungen zum Schutz des Grundwassers bei der Lagerung und Ablagerung von Abfällen (AVwV 1990), die Zweite Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Abfallgesetz (TA Abfall 1991; TA So), in welcher der Bereich des Sonderabfalls bzw. jetzt des "besonders überwachungsbedürftigen Abfalls" behandelt ist, und die Dritte Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Abfallgesetz (TA Siedlungsabfall 1993; TASi), die für Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Bauabfälle und Klärschlamm gilt.


Die Ablagerung von Müll auf wilden Deponien in Wald und Flur ist ungesetzlich. Ein geeigneter Deponiestandort wird nach verschiedenen länderspezifischen Prüfkriterien ausgewählt. Das jeweilige Deponiekonzept wird durch geologische und hydrogeologische sowie infrastrukturelle Gegebenheiten bestimmt. Ein weiterer Faktor ist die stoffliche Zusammensetzung des Mülls und sein Gefährdungspotential für die Umwelt. Feststoffe aus Hausmüll, Industrie- und Sonderabfällen werden hauptsächlich in Übertagedeponien abgelagert. Nach Untersuchungen von Golwer et al. (1976) und Exler et al. (1980) können mit den Feststoffen auch ein Teil schlammiger Abfallstoffe und ölgetränkte Böden eingebracht werden. Toxische, leicht wasserlösliche und radioaktive Abfälle sollten dem hydrologischen Kreislauf weitgehend entzogen werden. Dies geschieht entweder durch besondere Dichtungsmassnahmen des Müllkörpers in Oberflächennähe oder durch eine Einlagerung in Untertagedeponien (UTD). Radioaktive Abfälle werden hauptsächlich in Untertagedeponien abgelagert. Für produktionsspezifische Sonderabfälle können auch Monodeponien eingerichtet werden. Übertagedeponien wurden früher meist als Grubendeponien angelegt, während sie heute als Haldendeponien mit Freispiegelgefälle angelegt werden (Abb. 1). Um mögliche negative Auswirkungen, die von einer Deponie ausgehen können, zu vermeiden bzw. einzuschränken, sollten bestimmte Massnahmen getroffen werden. Diese sind die Errichtung eines Multibarrieresystems, die Errichtung von Deponiesickerwasser- und Gasfassungsanlagen, die Verminderung der Sickerwassermenge durch Verdichtung des Müllkörpers und Errichtung einer Oberflächenabdichtung, der Abstand von Deponiebasis und Grundwasserspiegel von mindestens 1 m, die Errichtung von Deponien in Gebieten mit geringer Fliessgeschwindigkeit, um die Reichweite der unterstromigen Belastung zu begrenzen, die Errichtung von Deponien mit möglichst geringer Aufstandfläche, die Auswahl von Gebieten mit unbedeutendem Grundwasservorkommen und ungünstiger Grundwasserbeschaffenheit und die Überwachung der Setzungen und Dichteänderungen in regelmässigen Abständen. Dies geschieht durch Höhenvermessungs-Setzungsmarken und Feststellung des Gewichtes der angelieferten Abfälle (Abb. 2; Abb. 3).

DeponieDeponie 1: Deponietypen.

DeponieDeponie 2: verschiedene Möglichkeiten der Anlage von Deponien.

DeponieDeponie 3: im Bau befindliche Deponie. Links unten wird bereits der erste Hausmüll abgelagert und verdichtet, während in den Zelten Abdichtungen für weitere Deponieteile aufgebracht werden. Rechts unten sind Sickerwasserrohre zu sehen.
 
 

 

 

 
 
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