Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Vorhersagbarkeit

 
     
  ein geophysikalischer Parameter ist vorhersagbar, wenn sein Vorhersagefehler kleiner ist als der Fehler der bestmöglichen Referenzvorhersage. Daher sind verlässliche Angaben zur Vorhersagbarkeit nur mittels vergleichender, systematischer Verifikation zu gewinnen. Z.B. ist ein (meteorologisches) Element oder Ergebnis vorhersagbar, solange RV >0. Es zeigt sich, dass die zeitliche Grenze der Vorhersagbarkeit eng mit der Korrelationszeit des Wetterphänomens bzw. seiner Lebensdauer zusammenhängt. Die vorherzusagenden meteorologischen Ereignisse umfassen raum-zeitliche Unterschiede ihrer Ausdehnung von mindestens 10 Grössenordnungen. Es existieren enge Bindungen zwischen ihrem charakteristischen Längen- und Zeitmassstab. Dies bedeutet, dass grossräumige Erscheinungen von längerem Bestand sind, während kleinräumige Vorgänge schnellen Änderungen unterworfen sind. Das bedeutet auch, dass Phänomene kleinerer räumlicher Ausdehnung um so schlechter vorhersagbar sind.


Von der praktischen Vorhersagbarkeit ist deren prinzipielle Grenze zu unterscheiden. Infolge der objektiven Existenz des Zufalls und der daraus erwachsenden stochastischen Natur geophysikalischer Gesetze, lässt sich nicht jedes raum-zeitliche Detail mit jeder wünschbaren Genauigkeit beliebig weit in die Zukunft vorhersagen (Abb. 1 und 2).

VorhersagbarkeitVorhersagbarkeit 1: Die Grafik zeigt das Anwachsen des Fehlers rmse (Ordinate) bei der kurz- und mittelfristigen Vorhersage (FIN) der Tageshöchsttemperatur für 6 deutsche Orte im Jahr 1998 als Funktion des Vorhersagezeitraumes (Abszisse). Die Differenz zwischen der Kurve FIN und der genaueren Referenzvorhersage (Persistenz PER bzw. Strategie KLIMA-Normalwert) ist ein Mass der Vorhersageleistung. Es endet in diesem Beispiel bei 10 Tagen im voraus.

VorhersagbarkeitVorhersagbarkeit 2: Wie in Abb. 1 wurde die Grenze der Vorhersagbarkeit für punktgenaue Routine-Prognosen meteorologischer Elemente und Ereignisse bestimmt. Je nach Wetterparameter schwankte sie im Jahre 1998 zwischen 5 und fast 11 Tagen im voraus, was z.T. erfolgreicher ist als die Vorhersage von Druckfeldern in der numerischen Wettervorhersage.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Vorhaben- und Erschliessungsplan
 
Vorhersage
 
     

Weitere Begriffe : Kartosignik Vanadate Neodymisotope

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum