Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Laubwald

 
     
  allgemeine Bezeichnung für eine sehr differenzierte Pflanzengemeinschaft aus einer oder mehreren Baumschichten mit Strauch- und Krautschicht. Die Bäume können immergrün oder laubabwerfend sein. In der Krautschicht treten Geophyten und Hemikryptophyten auf, die sich v.a. zu Beginn der Vegetationsperiode entwickeln, wenn noch kein Laub vorhanden ist und das Licht den Waldboden erreicht. Der Begriff Laubwald wird v.a. als Gegensatz zu Nadelwald gebraucht und vorzugsweise auf die Wälder der gemässigten Klimazone bezogen (nemorale Laubwälder). Aber auch viele Wälder anderer Klimazonen sind Laubwälder, wie der als Hyläa bezeichnete immergrüne tropische Regenwald. Laubwälder weisen ein charakteristisches, ausgeglichenes Bestandsklima auf. Niederschläge werden zu etwa 10% im Kronenraum zurückgehalten (Interzeption). Charakteristisch für die Baumschicht ist die starke Transpiration, so dass in der gemässigten Zone unter Laubwäldern in der Vegetationsperiode kaum Grundwasserneubildung erfolgen kann. Die Baumartenzusammensetzung hängt wesentlich von ph-Wert und Feuchte ab (Pflanzenverband Abb.) und ist ein wichtiger Faktor im Ökosystem des Laubwaldes. So weisen reine Buchenbestände eine andere Begleitflora in der Krautschicht auf als Eichen-Hainbuchenwälder. Der Abwurf des Laubes bei sommergrünen Bäumen ist eine physiologische und morphologische Anpassung an ungünstige Bedingungen, denn damit können Schädigungen des Baums vermieden werden, z.B. Frostsprengung der Blattzellen durch Eisbildung im Winter mit nachfolgend grossem Nährstoff- und Wasserverlust. Beim herbstlichen Laubabwurf werden Nährstoffe und Wasser kontrolliert in den Baumstamm und die Wurzeln zurückgezogen, dem Baum gehen somit kaum wichtige Stoffe verloren. Durch den Abbau des grünen Chlorophylls in den Blättern treten andere, sonst überdeckte Farben hervor, z.B. Carotinoide, die das Blatt rot oder orange färben. Laue, Max Felix Theodor von, deutscher Physiker, * 9.10.1879 Pfaffendorf (heute zu Koblenz), † 24.4.1960 Berlin. Laue begann schon während seines Militärdienstes 1898 mit dem Studium der Physik an der Universität Strassburg. Ab 1899 studierte er in Göttingen, München und Berlin, wo er sich besonders mit Problemen der Optik in der theoretischen Physik beschäftigte. 1903 promovierte Laue bei M. Planck über die Theorie der Interferenzen an planparallelen Platten. Er legte in Göttingen ein Lehramts-Staatsexamen ab und erhielt 1905 bei M. Planck eine Assistentenstelle am Institut für Theoretische Physik in Berlin. Laue führte den Planckschen Begriff der Entropie in die Optik ein. In seiner Habilitation 1906 "Zur Thermodynamik der Interferenzerscheinungen" beschäftigte er sich mit der Entropie von interferierenden Strahlenbündeln. Laue lieferte aber auch zu anderen Themen wichtige Beiträge, z.B. zur Relativitätstheorie, für die er einen experimentellen Beweis aus der Optik lieferte, und zu den Supraleitern. Von 1909 bis 1912 war er Privatdozent für Theoretische Physik in München. 1912 ging Laue als ausserordentlicher Professor an die Universität Zürich. Im selben Jahr hatte er die entscheidende Idee, Röntgenstrahlen durch Kristalle zu senden. Er vermutete, dass ein Kristall für Röntgenstrahlen das gleiche sein müsste, wie ein Beugungsgitter für Licht. Das Durchstrahlen eines Kupferminerals mit Röntgenstrahlen lieferte in dem von W. Friedrich und P. Knipping durchgeführten Experiment dann auch regelmässig angeordnete Schwärzungspunkte auf einer hinter dem Kupfermineral aufgestellten Photoplatte; damit war das erste der heute sog. Laue-Diagramme geschaffen. Im Jahr 1914 erhielt Laue den Nobelpreis für Physik. Da er v.a. an den grossen, allgemeinen Prinzipien der Wissenschaft interessiert war, beschäftigte er sich danach nicht weiter mit der Röntgenstrukturanalyse, sondern überliess es den beiden englischen Physikern (Vater und Sohn) Bragg, die Strukturen einzelner Substanzen mittels Laues Röntgenbeugungsverfahren aufzunehmen. Ebenfalls 1914 erhielt Laue den Ruf zum ordentlichen Professor an die Universität Frankfurt a.M., 1919 wechselte er an die Universität Berlin, wo er wieder mit Planck zusammenarbeitete, und im Jahr 1923 wurde Laue zum Nachfolger Plancks als Direktor des Instituts für Theoretische Physik an der Universität Berlin ernannt. Daneben nahm er eine Beraterfunktion an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt auf. Obwohl er sich für verfolgte Wissenschaftler einsetzte, blieb Laue während der Nazizeit vergleichsweise unangefochten Professor in Berlin. Laue emeritierte vorzeitig 1943 und siedelte nach Hechingen um, wohin das von W. Heisenberg gegründete Institut kriegsbedingt verlagert wurde. Nach dem Kriegsende stand Laue sofort wieder an der Spitze des Wiederaufbaus der deutschen Wissenschaft. Er war Mitbegründer der "Deutschen Physikalischen Gesellschaft in der britischen Zone", des "Verbandes Deutscher Physikalischer Gesellschaften" und der "Physikalisch-Technischen Bundesanstalt" in Braunschweig. Im Jahr 1951, im Alter von 71 Jahren, übernahm er die Direktorenstelle am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin.

LaubwaldLaue , Max Felix Theodor von
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Lattenuntersatz
 
Laue-Diagramm
 
     

Weitere Begriffe : Zyklothem Klasten Landschaftsschutz

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum