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Kontinentalverschiebungstheorie

 
     
  Kontinentaldrifttheorie, von A.L. Wegener begründete Theorie, die davon ausging, dass sich die Umrisse einander gegenüberliegender Kontinente gut entsprechen (z.B. die Atlantikküsten Afrikas und Südamerikas). Wegener schloss daraus, dass die heutigen Erdteile ursprünglich in einem einzigen Kontinent zusammengeschlossen waren, den er Pangäa (Abb. 1) nannte. Dieser Superkontinent sei von einem Urozean (Panthalassa) umgeben gewesen und erst im Mesozoikum aufgespalten worden. Danach seien seine Fragmente bis in ihre heutige Position auseinandergedriftet (Kontinentaldrift). Dass derart weite Verschiebungen von Kontinenten möglich seien, leitete Wegener aus dem damaligen Kenntnisstand über den Schalenbau der Erde ab (Abb. 2): Die Kontinente seien aus relativ leichten Gesteinen aufgebaut, die er nach den charakteristischen Elementen Silicium und Aluminium als Sial oder Sal zusammenfasste. Das Sial sei isostatisch eingetaucht in eine schwerere, basaltische Erdschale, die er wegen der Häufigkeit von Silicium und Magnesium als Sima bezeichnete. Wegener nahm an, dass sich das Sima bei kurzzeitiger Kräfteeinwirkung wie ein Festkörper verhalte, bei langdauernden Beanspruchungen über erdgeschichtliche Zeiträume aber wie eine zähe Flüssigkeit. Den nach heutiger Kenntnis zu gross dimensionierten Erdkern nannte er Nife, mit pauschalem Bezug auf die Nickel(Ni)-Eisen(Fe)-Meteorite (Nickeleisen, Meteorit). Die Ursachen der Kontinentaldrift suchte Wegener zunächst in astronomischen Faktoren. Durch die Rotation der Erde werde eine Polfluchtkraft erzeugt, die die Kontinente äquatorwärts dränge. Zusätzlich werde eine Westdrift sowohl durch die Präzession der Erdachse als auch durch die Gezeitenreibung - also letztlich durch die Anziehung von Sonne und Mond - erzeugt (Gezeiten). Später nannte Wegener ausserdem thermisch bedingte Massenverlagerungen unter der festen Erdrinde als mögliche Ursache. Da Kontinentalverschiebungen zu Wegeners Zeiten geodätisch noch nicht nachgewiesen werden konnten und die astronomischen Faktoren quantitativ nicht ausreichten, solche zu erklären, wurde die Kontinentalverschiebungstheorie lange Zeit von der Mehrheit der Geowissenschaftler abgelehnt. Erst nach der Mitte des 20. Jh. bildete diese mobilistische Theorie (geotektonische Theorien) eine Grundlage für die Plattentektonik.

KontinentalverschiebungstheorieKontinentalverschiebungstheorie 1: Superkontinent Pangäa während des Oberkarbons nach A.L. Wegener.

KontinentalverschiebungstheorieKontinentalverschiebungstheorie 2: Schalenbau der Erde nach A.L. Wegener.
 
 

 

 

 
 
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