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Gefügediagramm

 
     
  Regelungsdiagramm, Richtungsdiagramm, Stereonetz, Diagramm zur Veranschaulichung der räumlichen Verteilungen von Gefügeelementen in einer zweidimensionalen graphischen Form. Nach der Definition von Bruno Sander (1934), der neben Walter Schmidt massgeblich an der Entwicklung der Gefügekunde beteiligt war, versteht man unter dem Gefüge des Gesteins alle Raumdaten, die sich auf kleinere oder grössere, im Gestein reell unterscheidbare Bereiche beziehen. Die einfachste Darstellung von Gefügeelementen erfolgt in Richtungsrosen, in denen nur Streichwerte aber keine Fallwinkel eingetragen werden können. Da für diese Darstellung die Lineare oder Flächennormalen annähernd in einer Ebene liegen müssen, wird diese Art der Gefügediagramme vorwiegend für senkrecht ausgerichtete Klüfte in ungefalteten Gesteinen verwendet.


Zur Darstellung der räumlichen Orientierung von Gefügeelementen in einem Lagenkugeldiagramm (Lagenkugel, Lagenkugelprojektion) bezieht man deren Position auf das Zentrum einer Halbkugel, deren Innenseite dann von den Linearen durchstossen und von den Ebenen in Grosskreise geschnitten wird. Die Ebenen lassen mit Hilfe der Flächennormalen auch in Form von Polen darstellen. Zur zweidimensionalen Darstellungen von Orientierungen und Winkelbeziehungen, wird die Halbkugel auf die Zeichenebene projiziert. Für die stereographische Projektion wird zur Bestimmung von Winkelbeziehungen zwischen Flächen bzw. Linearen das winkeltreue Wulffsche Netz verwendet. Für die statistische Auswertung der bevorzugten Orientierung von Gefügeelementen und zur konstruktiven Ermittlung der statistischen Schnittlinie verschiedener Flächensysteme wird das flächentreue Schmidtsche Netz eingesetzt. Beide Netze sind äquatorständige Projektionen (Abb. 1 u. Abb. 2). Das Wulffsche Netz wird vornehmlich in der Kristallographie eingesetzt, das Schmidtsche Netz dagegen überwiegend zur Auswertung von tektonisch-gefügekundlichen Daten. Zur schnelleren Eintragung von Punktlagen wird oft auch die flächentreue, polständige Projektion verwendet.


CSch

GefügediagrammGefügediagramm 1: äquator- und polständige Projektion einer Halbkugel.

GefügediagrammGefügediagramm 2: schematische Darstellung von Ebenen und Linearen bei äquatorständiger Projektion (Ebenen: α = Streichen, β = Fallen; Lineare: γ = Abtauchen, = Richtung) G = Grosskreis, P = beliebiger Punkt.
 
 

 

 

 
 
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