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Farbordnung

 
     
  Farbsystem, in Farbenlehren vorgenommene Systematisierung und Diskretisierung des Farbkontinuums nach den Ähnlichkeiten und Unterschieden der Farben, die das menschliche Auge wahrnimmt. Die für die Farbwahrnehmung bedeutsamen Eigenschaften und Beziehungen werden durch die Merkmale Farbton, Farbsättigung und Farbhelligkeit beschrieben. Zugleich werden die Farben auf Mischungen aus Grundfarben zurückgeführt (Farbmischung).


Die Darstellung der Farbordnung erfolgt vornehmlich in graphischer Form, schliesst aber die verbale Erläuterung und u.U. die formelhafte oder mathematische Beschreibung ein. Bei Beurteilung der verschiedenen Farbordnungen aus kartographischer Sicht sind zu berücksichtigen: die Entstehungszeit, der ursprüngliche Verwendungszweck, die Definition der Grundfarben und die benutzten Ordnungsmerkmale.


Die älteste und bekannteste farbordnende Figur ist der Farbtonkreis (Abb. 1), der Anfangs- und Endpunkt der spektralen Farbreihe zur Kreisform schliesst. Der Farbtonkreis ordnet nur die reinen bunten Farben und betont deren kontinuierliche Abfolge, aber auch die Gegensätze der diametral liegenden Komplementärfarben. Die Darstellung der reinen Farben in Vielecken (meist als Dreieck oder Sechseck) dient der Unterscheidung der Grundfarben (in den Ecken) und Mischfarben (an den Seiten) der betreffenden Farbordnung.


Farbordnungen, die als zweites Merkmal die Farbsättigung berücksichtigen, werden zumeist als Farbenkörper (Abb. 2) veranschaulicht, deren Grundaufbau sich nur unwesentlich unterscheidet. Herkömmliche Farbenkörper sind die Farbkugel, der Doppelkegel und der Zylinder. In der zentralen horizontalen Schnittebene liegt stets der Farbtonkreis. So reihen sich auf dem Äquator der Farbkugel die reinen Farben aneinander. Weiss wird dem Nordpol bzw. der oberen Spitze (Deckfläche) der Farbenkörper zugewiesen; Schwarz dem Südpol bzw. der unteren Spitze (Grundfläche). Ausgehend vom Ring der reinen Farben sind auf der Körperoberfläche nach oben die Reihen der durch Aufhellung entstehenden hellklaren Farben und nach unten die zunehmend verschwärzlichten, dunkelklaren Farben angeordnet. Durch die Mischung mit einem Grauton entsättigte Farben liegen im Körperinneren. Mit Annäherung an die Körperachse wächst die Entsättigung bis ein neutraler Grauton der Grauskala erreicht ist. Diese verbindet Weiss und Schwarz auf gerader Linie.


Die beschriebenen, traditionellen Farbenkörper veranschaulichen die Farbhelligkeit nur unzureichend. Als geeigneter hierfür erweisen sich der Farbwürfel (Abb. 3) und ihm ähnliche Farbmodelle.
Prinzipiell lassen sich alle komplexen Farbordnungen auch verebnet darstellen. In der
kartographischen Praxis findet man die flächenhafte Darstellung der Farbordnung als
Farbmustertafeln und Farbpaletten (Farbmenü). Angesichts der Dreidimensionalität jedes Farbproblems bildeten sich mit der Entwicklung der
Farbmetrik (Farbmessung) und der graphischen Technik, später mit der Computergraphik, die
Begriffe Farbraum und Farbmodell heraus. Diese werden gelegentlich synonym zu Farbordnung und
Farbsystem verwendet und dienen vorwiegend der digitalen Beschreibung der Farbmischungen. KG
FarbordnungFarbordnung 1: Farbtonkreis und Komplementärfarben.

FarbordnungFarbordnung 2: schematische Darstellung herkömmlicher Farbenkörper.

FarbordnungFarbordnung 3: Ordnung der satten, hellklaren und dunkelklaren Farben.
 
 

 

 

 
 
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