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Eukaryoten

 
     
  Eukaryonten, Organismen (Animalia, Protista, Plantae, Fungi), deren Zelle (Eucyt) einen durch Doppelmembran begrenzten Zellkern mit Chromosomen-DNA besitzt (im Gegensatz zum kernlosen Procyt der Prokaryota mit ringförmiger DNA). Die Zelle ist durchschnittlich 10-100 μm gross. Der Eucyt von Foraminiferen des Alttertiärs erreichte bis zu 18 cm Durchmesser, Nervenzellen sind über 1 m lang. Die viskose bis gallertartige Grundmasse der Zelle (Cytoplasma) kann lokal durch ein Cytoskelett aus Mikrotubuli und Actin-Microfibrillen verfestigt sein, die an Bewegungsvorgängen innerhalb des Cytoplasmas mitwirken. Im Cytoplasma liegen durch eine Membran oder durch doppelte Membranhüllen abgegrenzte subzelluläre Funktionseinheiten (Organellen), die komplexe biologische Aufgaben übernehmen: Mitochondrien bei der Zellatmung und ATP-Synthese, Plastiden bei der Photosynthese. Ribosomen sind Organellen für die Protein-Biosynthese, und das endoplasmatische Reticulum durchzieht als verzweigtes Membransystem für Transport und Sekretion das Zellplasma. Dictyosomen und Vesikel des Golgi-Apparat, Vesikel, Vakuolen und Peroxisomen dienen der Biosynthese, dem Materialumbau, dem Stoff-Transport oder der Speicherung verschiedenster Substanzen. Der Eucyt kann Cilien und Flagellen tragen, die immer aus zwei zentralen Mikrotubuli innerhalb eines Kranzes von neun Doppeltubuli aufgebaut sind. Ausserhalb des Plasmalemmas können Zellwände aus Cellulose (Fungi, Protista, Plantae) oder Chitin (Fungi) gebildet werden. Auch Endoskelette aus mineralischer oder organischer Substanz innerhalb des Cytoplasma sind weit verbreitet. Die Energie-/Stoffwechsel der Eukaryota sind von wenigen Ausnahmen abgesehen aerob. Die Fortpflanzung geschieht asexuell und/oder sexuell. Die eukaryotische Zelle hat sich nach der Endosymbiose-Theorie aus Prokaryota entwickelt, indem grössere Procyten wiederholt unterschiedlichste, ehemals freilebende Prokaryota phagotroph als intrazelluläre Symbionten inkorporierten. Während einer langdauernden Co-Evolution von Wirtszelle und Endosymbionten haben sich die Symbionten zu den Organellen umgewandelt. Dieser Prozess war vor ca. 2 Mrd. Jahren abgeschlossen. Seitdem entwickelten sich Eukaryota zunächst nur als Einzeller, seit ca. 1 Mrd. Jahren auch als Vielzeller mit zunehmender Komplexität von niedrigen zu höheren Organisationsstufen. Diese Differenzierungsvorgänge optimierten zunehmend die Existenzmöglichkeiten des Lebens auf der Erde, machten es unabhängiger von den Bedingungen der anorganischen Umwelt und lassen es die gegebenen Ressourcen vielfach ökonomischer und auch mit vermehrter Produktivität nutzen. Andererseits gewinnen dadurch v.a. die Eukaryota zunehmend an Einfluss auf verschiedenste Stoff- und indirekt auch Energie-Kreisläufe des Systems Erde. Ein Bestandteil der Zellwand der Eukaryoten sind die Sterole, welche Ausgangsverbindungen für die Bildung verschiedener Biomarker, der Sterane, Diasterane und von ihnen abgeleiteter Verbindungen sind.  
 

 

 

 
 
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