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Entwässerung

 
     
  1) Allgemein: Ableitung von Flüssigkeit aus Körpern oder Materialien (z.B. Gestein, Boden, Erdstoff) durch natürliche Prozesse oder künstliche Massnahmen. Wichtige Einsatzgebiete der Entwässerung sind Landwirtschaft, Bauwesen und Rohstoffgewinnung. 2) Bodenkunde, Hydrologie: Im landwirtschaftlichen Wasserbau die Ableitung von überschüssigem, frei beweglichem Bodenwasser (Grundwasser, Stauwasser) oder Oberflächenwasser mittels offener Gräben (Grabenentwässerung) oder unterirdischer Dräne (Dränung). Entwässerung dient der Verbesserung der allgemeinen Bedingungen für das Pflanzenwachstum und für die Bewirtschaftung. So werden durch die Entwässerungsmassnahmen beispielsweise der Wasser-, Luft- und Wärmehaushalt des Bodens günstig beeinflusst, die Gefügestruktur verbessert und Vernässungsschäden (Vernässung) vorgebeugt. Vernässungsschäden können z.B. verursacht werden, durch hohe Grundwasserstände bei nicht ausreichender Vorflut, durch Stauwasser oder Haftnässe sowie durch den Zustrom von Fremdwasser in Form von Hangwasser oder Drängewasser. Darüber hinaus ist Entwässerung in Bewässerungsgebieten (Bewässerung) von grosser Bedeutung, zur Ableitung von Überschusswasser und zur Verhinderung von Bodenversalzung. Unter humiden Klimabedingungen ist Entwässerung die älteste und verbreitetste Massnahme der Melioration.


Voraussetzung für die Entwässerung ist eine ausreichende Vorflut, um das Wasser aus den Entwässerungsflächen sicher abzuleiten. Die Wahl des Systems und die technischen Daten wie z.B. Dräntiefe, Dränabstand und Abmessung der Gräben hängen in erster Linie von der Bodenart, den hydrometeorologischen Randbedingungen, der Form und Neigung des Geländes sowie der Landnutzung ab. Zumeist werden einfache Techniken der Schwerkraftentwässerung genutzt, z.B. Mulden, Furchen, Gräben oder Rohrdränung. Das in Gräben oder Dräns gefasste Wasser wird dabei in freiem Gefälle dem Vorfluter zugeführt (natürliche Vorflut). In Niederungen ist teilweise künstliche Vorflut durch Pumpbetrieb (Schöpfwerke) erforderlich. Bei der Durchführung von Entwässerungsmassnahmen hat sich heute aus betriebswirtschaftlichen Gründen fast ausschliesslich die Dränung gegenüber der Grabenentwässerung durchgesetzt.


Entwässerung kann in tonreichen und organischen Böden mittel- und langfristig die Bodenentwicklung positiv beeinflussen und den Anteil an Grobporen erhöhen, sowie den Anteil wasserspeichernder Poren vermindern. Tiefreichende Entwässerung beinhaltet jedoch das Risiko einer zu intensiven Austrocknung von Böden mit weitreichenden Konsequenzen wie Trockenschäden der Pflanzen, Nährstoffverluste und Abbau der organischen Substanz des Bodens, Verlust an Feuchtbiotopen, Bauwerksschäden durch Bodensackungen. Während früher weitgehend bedenkenlos zu Gunsten einer immer intensiveren Landnutzung in den Wasserhaushalt eingegriffen worden ist, sind heute eine Reihe von Schutzmassnahmen und Einschränkungen zu beachten. Dazu gehört u.a., dass Feuchtbiotope nicht mehr entwässert und schützenswerte Gebiete nicht mehr beeinträchtigt werden dürfen. So sind z.B. in Trinkwasserschutzgebieten Entwässerungsmassnahmen nicht zulässig, wenn damit anschliessend eine intensivere Flächennutzung verbunden ist. 3) Geomorphologie: konsequente Entwässerung. 4) Hydrotechnologie: Stadtentwässerung.
 
 

 

 

 
 
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