| |
Oberflächeneigenschaft der Minerale, die sich gegenüber Flüssigkeiten aufgrund deren Oberflächenspannung, aber auch des Charakters der festen, meist kristallinen Oberfläche, verschieden verhalten. Die unterschiedliche Benetzbarkeit wird durch den messbaren charakteristischen Randwinkel Θ beschrieben (Abb. 1, Abb. 2). Minerale, die sich von Wasser gut benetzen lassen, bezeichnet man als hydrophil, z.B. Silicate, Sulfate, Carbonate, Phosphate, Halogenide u.a., insbesondere Verbindungen mit Ionengitter. Minerale, die sich schlecht von Wasser benetzen lassen, heissen hydrophob. Beispiele sind fast alle Sulfide, viele Metalloxide, Kohle und Diamant. Eine praktische Bedeutung hat die unterschiedliche Oberflächenaktivität bei der Schwimmaufbereitung, der Flotation. Hier werden Erze vom tauben Nebengestein aus einer wässrigen Aufschlemmung des fein gemahlenen Rohstoffes abgetrennt. Zugesetzte, meist polare organische Reagenzien steuern die Benetzbarkeiten, so dass sich Luftbläschen eines erzeugten Schaumes selektiv an bestimmte Komponenten anlagern und durch Aufschwimmen abtrennen lassen. Grosse Bedeutung hat die Hydrophobierung im Bautenschutz und bei der Bauwerkserhaltung, Denkmalpflege, Betondichtungsmittel und Sperranstrichmitteln und bei der wasserabweisenden Imprägnierung von Holz, Glas und Keramik.
Benetzbarkeit 1: Unterschiedliche Benetzbarkeit von Glas durch Wasser und Quecksilber; messbar durch den charakteristischen RandwinkelΘ.
Benetzbarkeit 2: Unterschiedliche Benetzbarkeit von Quarz und Calcit bei Anwesenheit einer zusätzlichen Flüssigkeit. |
|