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Bauxitlagerstätten

 
     
  wichtigste Aluminiumlagerstätten, finden sich überwiegend innerhalb flächenhaft ausgebreiteter Lateritzonen als Lagen und Linsen von einigen Metern Mächtigkeit über verwitternden Silicatgesteinen (Silicatbauxite). Voraussetzung für die Bildung von Bauxit ist ein warm-humides Klima mit Trockenzeiten sowie ein flaches Relief mit hohen jahreszeitlichen Grundwasserschwankungen. Bauxitlagerstätten zeigen von oben nach unten folgenden Profilaufbau: Kaolinisierte Dachzone, Konkretionszone, Lösungszone, Basis-Kaolinitzone, frisches Gestein. Je nach örtlichen Verhältnissen haben diese Zonen verschiedene Mächtigkeiten. Die angereicherten Al2O3-Hydrate bilden Knollen und Pisolithe innerhalb der Konkretionszone. Die Anordnung der Lösungs- und Anreicherungszone ist von den Bewegungen des Grundwasserspiegels abhängig. Die Konkretionszone liegt im Bereich der jährlichen Grundwasserspiegelschwankungen. Unterhalb des Grundwasserspiegels findet in der Kaolinitzone die Bildung von Kaolinit aus den Ausgangssilicaten statt, in der Anreicherungszone die Umwandlung von Kaolinit zu Aluminiumhydroxiden. Randlich gehen Bauxitlagerstätten oft in Kaolinitzonen über. Infolge ihres meist lockeren Aufbaus fällt die lateritische Verwitterungsdecke der Erosion oft rasch zum Opfer. Hierbei kann der Bauxit durch fliessendes Wasser transportiert und in nahegelegenen Senken zusammen mit anderen Sedimenten erneut abgelagert werden (Schwemmbauxite). Wegen ihrer leichten Erodierbarkeit sind ältere Lagerstätten von Silicatbauxiten heute meist nur noch unter speziellen Umständen in Resten erhalten.


Neben flächenhaften Bildungen über Silicatgesteinen treten Bauxitlagerstätten auch in Hohlformen verkarsteter Kalke oder Dolomite auf. Sie werden als Kalkbauxite bezeichnet und sind vor allem in den mediterranen Gebieten Europas verbreitet. Ihre Bildung steht gewöhnlich mit alten Landoberflächen im Zusammenhang. Das Einzelvorkommen ist i.d.R. nicht sehr gross. Das aluminiumreiche Ausgangsmaterial ist meist nicht mehr vorhanden. Es war wahrscheinlich Residualmaterial Al2O3-reicher Gesteine, das in das Karstrelief eingeschwemmt wurde und unmittelbar nach der Einschwemmung laterisiert (Laterisierung) wurde. Da die Lagerstätten durch die umgebenden Kalke vor Erosion geschützt sind, finden sie sich auch als ältere Bildungen, die bis zur Trias reichen.


Die 1993 bekannten Reserven an Bauxit betrugen ca. 43 Milliarden Tonnen, was bei gleichbleibendem Verbrauch für die nächsten 200 Jahre ausreichen dürfte. Als Massenrohstoff wird Bauxit fast ausschliesslich im Tagebau gewonnen. Eine Ausnahme sind hochwertige Bauxitlagerstätten (Kalkbauxite) in Griechenland, die im Tiefbau abgebaut werden. Hauptförderländer sind Australien, Guinea, Jamaika und Brasilien, wobei Australien mit weitem Abstand die höchste Bauxitförderung aufweist (1992: 49,75 Mio. t); es ist auch seit Beginn der neunziger Jahre der wichtigste Bauxitlieferant Deutschlands.
 
 

 

 

 
 
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