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Baugrundkarte

 
     
  ingenieurgeologische Karte, die eine zusammenfassende Darstellung der für Baumassnahmen relevanten Eigenschaften des oberflächennahen Untergrundes als Ergebnisse von Bohrungen, Sondierungen, geologischen Kartierungen und Laboruntersuchungen wiedergibt. Sie bildet neben hydrogeologischen Karten und Georisikokarten die Gruppe der geotechnischen Karten. Wegen der örtlich sehr wechselnden geologischen Bedingungen und unterschiedlichen Anforderungen an den Untergrund durch das Bauwerk gibt es kein verbindliches Schema für die Kartierung und Ausführung von Baugrundkarten.


Baugrundkarten bestehen i.d.R. aus einer Hauptkarte, in der die auftretenden Gesteinsarten und die wichtigsten Baugrundeigenschaften sowie punktweise Angaben von Bohrungen und Aufschlüssen abgebildet sind, sowie aus einer oder mehreren Neben- oder Ergänzungskarten. Kartengrundlagen (Basiskarte) für Baugrundkarten sind i.d.R. die amtlichen topographischen Karten im Massstab von 1:5.000 bis 1:25.000 der Landesvermessungsämter. Um genügend Informationsgehalt aufzuweisen, sind auch Massstäbe erforderlich mit Masszahlen kleiner als 1:5.000. Folgende Angaben sind i.a. für Baugrundkarten massgeblich: a) Gesteins- bzw. Bodenart (nicht Altersstufen) in verschiedenen Teufenstufen. Die Oberfläche ist durch die Art des Mutterbodens zu kennzeichnen; b) Reibungswinkel und Kohäsion von Lockergesteinen; c) Korngrössenverteilung der Lockersedimente, Bezeichnung nach DIN 4022; d) einaxiale Druckfestigkeit für Festgesteine; e) Grad der Verwitterung für Festgesteine; f) Plastizitätsindex für Tone.


Baugrundkarten bilden kein standardmässig flächendeckend hergestelltes Kartenwerk wie etwa die ingenieurgeologischen Karten der geologischen Landesämter; sie liegen nur in Auswahl z.B. für einzelne Städte vor. Sie kommen u.a. in der kommunalen Bebauungsplanung, der Kanalplanung, dem Altlastenmanagement oder der Planung grösserer Bauvorhaben zur Anwendung. Die Entwicklung von Baugrundinformationssystemen soll eine flexible Handhabung und kartographische Darstellung der zur Verfügung stehenden Daten ermöglichen. So können etwa mit Hilfe von Baugrundinformationssystemen Baugrundkarten für unterschiedliche Tiefenniveaus oder unterschiedliche Profile erstellt werden.
 
 

 

 

 
 
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