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ital. Maler, Zeichner, Bildhauer, Architekt, Musiker, Naturforscher und Ingenieur, *15.4.1452 Vinci (bei Florenz), †2.5.1519 Schloss Cloux (bei Amboise); arbeitete überwiegend in Florenz und Mailand; als universaler Geist der bedeutendste Vertreter und Vollender der Hochrenaissance in ihrer Verbindung von Kunst und Wissenschaft und ihrem Streben nach allseitiger menschlicher Vervollkommnung; wesentlich für sein Werk ist eine für seine Zeit neue Hinwendung zur Naturbeobachtung, zu Erfahrung und Experiment. Er gilt als Mitbegründer der experimentellen Naturwissenschaften; seine Studien erstrecken sich auf den Gesamtbereich der Naturwissenschaften, insbesondere Anatomie, Embryologie, Paläontologie, Biomechanik, Geographie und Kartographie (z.B. Karte der Toskana für Cesare Borgia) sowie Mechanik (Untersuchungen zur Ballistik, Erklärung der schiefen Ebene, Bewegungs- und Hebelgesetze, Gesetz der kommunizierenden Röhren, Kapillaritätserscheinungen), Strömungsforschung und Geometrie. Seine Pläne und Konstruktionen eilen ihrer Zeit weit voraus; sie scheiterten meist an den begrenzten Möglichkeiten der damaligen Technologie, weniger an der prinzipiellen Unmöglichkeit, sie zu verwirklichen. Es gibt kaum ein Gebiet der Technik, auf dem er sich nicht versucht hätte. Aus der vergleichsweise grossen Zahl seiner Aufzeichnungen über das Vorkommen und das Verhalten des Wassers sowie über dessen Nutzung ist zu schliessen, dass ihn gerade dieses Thema besonders fasziniert hat. Er hatte das Prinzip der Kontinuität eines Vorgangs klar und eindeutig beschrieben. Aufgrund seiner hydrotechnischen Forschungen beschreibt er erstmals Prinzipien der Wasserbewegung, die weit über den Wissens- und Erfahrungsstand der älteren Geschichte und seiner Zeit hinausgingen. Erst Jahrhunderte später wurden seine Gedanken und Ansätze wieder aufgegriffen und zu Berechnungsverfahren weiterentwickelt. Auf dem Gebiet der Gewässerkunde bestechen seine korrekten Beschreibungen des Geschiebetriebs, des Abriebs, der Erosion sowie der Sedimentation und ihrer Wechselbeziehung zur Bettgeometrie (Linienführung, Gefälle, Querschnitt). In Bezug auf das Wasser galt sein Interesse dabei der Hydraulik und dem Verhalten des Wassers. Als herausragend sind seine gewässerkundlichen und flussmorphologischen Studien anzusehen.
Leonardo da Vinci |
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