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Tempestit

 
     
  Sturmsediment, entsteht in küstennahen Faziesräumen durch sturmbedingte Umlagerung von Sediment. Dabei kommt es zu einem dominant seewärtigen Sedimenttransport (Abb. 1). Die durch einen solchen Event gebildeten Gesteinsbänke (Abb. 2) ähneln nach ihrem generellen, aus mehreren Intervallen bestehenden Aufbau ihrem erosiven Eingreifen in den Untergrund, nach der einhergehenden Aufarbeitung von Lithoklasten und ihrer Gradierung Turbiditbänken (Turbidit). Es fehlen aber Anzeiger gerichteter Strömung an der Basis und am Top. So bestehen Sohlmarken in distaleren, etwas tieferen Environments aus dachrinnenartigen „Gutter casts”, proximal eher aus bipolaren oder ausgeprägt irregulären Sohlmarken. Im oberen Teil der Bänke treten die typisch niedrig und im Anschnitt rundlich aussehende hummocky cross stratification (Schrägschichtung) sowie in proximalen Enivironments Oszillationsrippeln (Wellenrippeln) auf. Im Gegensatz zu Turbiditen sind die Biota in Tempestiten autochthon bis parautochthon, d.h. sie entsprechen weitgehend jenen des flachmarinen Normalsediments; es kommt nie zur Durchmischung von Flach- und Tiefwasserfaunen. Die Bildung von Schillbänken (Lumachelle) geht wesentlich auf Sturmereignisse zurück. Die dabei erfolgende Bildung von Festsubstraten führt zu speziellen post-tempestitischen Organismenassoziationen, inklusive eines charakteristischen Spurenfossilspektrums. Ein wesentliches Charakteristikum von proximalen Tempestiten ist die Amalgamation, d.h. die Verschmelzung von zwei bis mehreren Sturmereignissen in einer einzigen Bank. Dies erfolgt durch die vollständige Erosion des zwischenzeitlich abgelagerten Normalsediments und dem erosiven Eingreifen in den zuvor gebildeten Tempestit. Sturmbedingte Kondensation von phosphatischen Komponenten (Knochen, Zähne, Schuppen, Kotpillen) durch die weitgehende Auswaschung des sandigen oder carbonatischen Normalsediments kann zur Entstehung von bonebeds führen.

TempestitTempestit 1: Hydrodynamik und resultierende tempestitische Sedimente an einer flachmarinen, sturmbeeinflussten Küste.

TempestitTempestit 2: strukturelle und texturelle Übergänge von distalen zu proximalen Tempestiten.
 
 

 

 

 
 
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