Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Raumgliederung

 
     
  Gebietsgliederung, Gebietstypisierung, Rayonierung, Methode und Ergebnis der Abgrenzung von Räumen nach gleichen oder ähnlichen Merkmalen bzw. deren Ausprägung. Die einfachste Form der Raumgliederung ist die Zusammenfassung von gestreut verteilten Einzelobjekten gleicher Art zu einem Pseudoareal. Werden zwei verschiedene Objektarten betrachtet, deren Verteilungen sich im Georaum durchdringen bzw. überlagern, kann dieser Überlagerungsbereich als ein drittes Areal (Gebietstyp, Rayon) mit eben diesen Merkmalen ausgewiesen werden. In ähnlicher Weise wird die Raumgliederung nach den Eigenschaften von kontinuierlich verbreiteten Erscheinungen oder Sachverhalten vorgenommen. Auch die integrierende Betrachtung von Kontinua und Diskreta ist möglich. Die im Georaum real gegebene Überlagerung wird vom Kartenautor durch Aufeinanderlegen der entsprechenden Karten bzw. Folien nachvollzogen und seinem wissenschaftlichen Konzept gemäss herausgearbeitet; z.B. kann eine Karte der ökologischen Standorttypen aus Karten des Bodens (Mosaikkarte), der Hangneigung sowie der Klimaelemente (Schichtstufenkarte) abgeleitet werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Aufbereitung (Klassifizierung, Typenbildung) von statistischen Daten (Merkmalsverschneidung), die für Bezugsflächen vorliegen. Bei Benutzung einer derartigen Karte ist jedoch zu beachten, dass sich die dargestellten Flächen gleichen Typs stets aus den Grenzen der Bezugsflächen ergeben und die angestrebten Regionen mitunter nur unscharf wiedergeben. Ein entsprechendes Beispiel liegt mit den in der Raumordnung benutzten siedlungsstrukturellen Kreistypen vor.


Die Raumgliederung dient zunächst der wissenschaftlichen Erkenntnis. Sie wird aber auch für planerische Zwecke bearbeitet und benutzt. Die »wertfreie« Bearbeitung einer Raumgliederung ist nicht möglich, da für die Klassifizierung der Merkmale und die räumliche Abgrenzung immer von einer Zielstellung bestimmte, mitunter auch subjektiv geprägte Entscheidungen zu treffen sind. Karten von Gebietstypisierungen gleich welcher Themen erfordern langwierige Autorenarbeit, da in der Regel zur Absicherung von Grenzenverläufen umfangreiches (ggf. grössermassstäbiges) Kartenmaterial, Fachtexte, Statistiken und dergleichen als Quellen herangezogen werden müssen. Im Ergebnis der Raumgliederung entstehen den Komplexkarten bzw. Synthesekarten zuzurechnende Mosaikkarten. Wesentliches Merkmal dieser Karten ist, dass sie keine realen Flächen abgrenzen, sondern abstrakte Regionen ausweisen, z.B. Natur-, Wirtschafts- oder Sozialräume. Eine besondere Form der Raumgliederung verkörpert die historisch gewachsene, häufig unter politischen Gesichtspunkten pragmatisch festgelegte Verwaltungsgliederung. Die Einheiten der Verwaltung sowie anderer allgemein anerkannter Raumgliederungen, z.B. der Naturräumlichen Gliederung Deutschlands können als Bezugsflächen für Flächenkartogramme und Diakartogramme dienen. Raumgliederungen lassen sich seit der Einführung von Geoinformationssystemen durch Verschneidung von Flächen gewinnen. Voraussetzung ist allerdings, dass sämtliche für die rechnergestützte Bearbeitung erforderlichen Daten in digitaler Form vorliegen. Die Ergebnisse der Verschneidung können sehr kleinflächige Mosaike sein, die häufig der Generalisierung bedürfen.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Raumgitter
 
Raumgruppen
 
     

Weitere Begriffe : Bessel-Ellipsoid Ammoniumfixierung Lamproit

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum