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Begriff aus der Landschaftsökologie für die Gesamtheit der Transport-, Umlagerungs- und Umsetzungsvorgänge von Nährstoffen, welche an einem Standort, in einem abgegrenzten Ausschnitt der Landschaft oder einem Landschaftskompartiment (Boden, Pflanzendecke, Gewässer) ablaufen. Der Nährstoffhaushalt umfasst sowohl anorganische als auch organische Prozesse. Anorganische nährstoffhaushaltliche Prozesse sind der Nährstoffeintrag durch den Niederschlag oder die Nährstofffreisetzung durch Verwitterung, zu den organischen gehört die Nährstoffaufnahme durch die Vegetation oder die Mineralisierung. Nährstofftransport kann in partikulärer (z.B. Staubverfrachtung) oder in gelöster Form stattfinden. Bei letzterem besteht eine enge Beziehung zum landschaftlichen Wasserhaushalt. Die Kennzeichnung des Nährstoffhaushalts oder ausgewählter Teile davon ist eine wichtige Indikatorgrösse zur Charakterisierung von Landschaftsökosystemen, denn der Nährstoffhaushalt ist Ausdruck der am jeweiligen Standort wirkenden Ökofaktorenkombination (Ökofaktoren). Daher erfolgt durch die Landschaftsökologie eine systematische Erfassung des Nährstoffhaushalts im Rahmen der komplexen Standortanalyse. Wichtige Einzelfragestellungen der Untersuchungen sind die Ein- und Austräge von Nährstoffen, beispielsweise der Verlust von Stoffen über das Sickerwasser des Bodens (Auswaschung) mit der Folge einer möglichen Belastung des Grundwassers, insbesondere durch Nitrat oder Schwermetalle. Die Bilanzierung von Nährstoffflüssen erfolgt für einzelne Raumausschnitte eines Untersuchungsgebietes (Aufstellen von Nährstoffbilanzen) und unter Berücksichtigung von Erkenntnissen über die Mechanismen der Nährstoffmobilisierung und ihre Wirkung auf andere betroffene Komponenten des Geoökosystems. Eine Bilanzierung ist wichtig, um stoffhaushaltliche Quellen und Senken in der Landschaft identifizieren zu können. |
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